Eisbären bleiben auf der Abschussliste

Wenn es um kommerzielle Interessen geht, bleibt der Artenschutz auf der Strecke. Der lange erwartete Schutz der Eisbären vor Jägern ist gescheitert. Auch die Schweiz stemmte sich gegen das Abkommen.

Eisbärenfamilie in Kanada.

Bildlegende: In Kanada wird weiterhin Jagd auf Eisbären gemacht. Keystone

Die erste grosse Abstimmung bei der Artenschutzkonferenz geht für Tierschützer gründlich daneben: Eisbären dürfen weiter kommerziell gejagt werden.

Noch vor der Konferenz der Unterzeichner des Artenschutzabkommens (Cites) sah es gut aus für die Eisbären. Der Antrag der USA zum Schutz des Königs der Arktis fand gar die Unterstützung Russlands.

Bei der Tagung in Bangkok kippte aber die Stimmung unter den 178 Staaten. Mit einen knappen Ergebnis von 46 zu 38 Stimmen, bei 46 Enthaltungen, scheiterte der Schutzantrag. Sowohl die Schweiz, als auch die EU und Kanada lehnten das Abkommen ab.

«Heute ist ein schwarzer Tag für den Artenschutz», sagte Sandra Altherr von Pro Wildlife mit Blick auf die Eisbären. Es gibt noch insgesamt 25'000 Tiere in fünf Ländern, doch könnten zwei Drittel von ihnen durch Eisschmelze und Verlust des Lebensraums in den nächsten 40 Jahren verschwinden. Nur Kanada lässt noch kommerziell jagen. Die Felle von etwa 400 Tieren pro Jahr landen auf dem internationalen Markt.