EMA nimmt Anti-Baby-Pillen ins Visier

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) stellt Anti-Baby-Pillen der dritten und vierten Generation wegen ihrer erhöhten Gefahr von Nebenwirkungen auf den Prüfstand.

Anschliessend solle entschieden werden, ob solche Verhütungsmittel nur noch Frauen verschrieben werden dürfen, die keine anderen Pillen einnehmen können, teilte die Agentur in London mit.

Frauenhände nehmen eine Pille aus einem blauen Blister.

Bildlegende: Die EMA will prüfen, ob bei neueren Pillen-Generationen eine erhöhte Gefahr auf Nebenwirkungen besteht. keystone

Die französische Regierung hatte die EMA aufgerufen, die Verschreibung von Anti-Baby-Pillen der dritten und vierten Generation einzuschränken. Bei diesen Verhütungsmitteln besteht im Vergleich zu Pillen der zweiten Generation ein erhöhtes Thrombose-Risiko und damit ein höheres Schlaganfall-Risiko.

In Frankreich wurde die Diskussion durch die Klage einer jungen Frau gegen den deutschen Pharma-Konzern Bayer angeheizt. Die Frau, die die Bayer-Pille Meliane einnahm, erlitt 2006 einen Schlaganfall und ist seitdem schwerbehindert.

Keine Beweise für erhöhtes Risiko

In Frankreich nehmen rund 2,5 Millionen Frauen Pillen der dritten oder vierten Generation. Das ist etwa die Hälfte der Frauen, die die Pille nutzen. Die EMA betonte, das Thrombose-Risiko sei auch bei diesen Pillen «sehr gering».

Erst kürzlich hatte die Agentur beteuert, es gebe für Nutzerinnen dieser Pillen «überhaupt keinen Grund», sie abzusetzen. Es gebe «keine neuen Beweise» für ein verändertes «Sicherheitsprofil» der Verhütungsmittel.