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International Empfindlicher Rückschlag: IS soll Ramadi verloren haben

Die Terrormiliz Islamischer Staat gerät in ihrem «Kalifat» zusehends unter Druck. Nach tagelangen Kämpfen soll die irakische Provinzhauptstadt Ramadi wieder vollständig unter der Kontrolle des Militärs sein. Und auch der Verlust eines Staudamms in Syrien ist ein herber Rückschlag für den IS.

Legende: Video «IS in seinem «Kalifat» zunehmend unter Druck» abspielen. Laufzeit 1:16 Minuten.
Vom 27.12.2015.

Die irakische Regierung in Bagdad meldet einen ihrer grössten Erfolge im Kampf gegen den Islamischen Staat. Nach tagelangen Kämpfen sei die Provinzhauptstadt Ramadi nun endgültig unter Kontrolle des Militärs, sagte heute Armeesprecher Sabah al-Numani. Mit dem Regierungsgebäude hätten Soldaten die Kontrolle über den letzten Rückzugsort des IS in der Stadt übernommen. Es müssten nur noch vereinzelte Kämpfer in der Stadt aufgespürt werden.

Karte des Irak.
Legende: Das seit Mai vom IS kontrollierte Ramadi liegt lediglich zwei Autostunden von Bagdad entfernt. srf

Die Offensive hatte am Dienstag begonnen und war von der US-geführten Allianz aus der Luft unterstützt worden. Ihr Erfolg bedeutet für den IS einen herben Rückschlag.

Die Eroberung Ramadis im Mai war der grösste Triumph der Terrormiliz in diesem Jahr. Damals galt der Fall der Stadt, die nur gut 100 Kilometer westlich von Bagdad liegt, als Beleg für die Hilflosigkeit der irakischen Armee gegenüber den Extremisten.

Empfindliche IS-Niederlage auch in Syrien

Auch im benachbarten Syrien gab es zuletzt Berichte über Erfolge im Kampf gegen den IS. Auch wenn der vereinbarte Abzug der Dschihadisten aus Teilen der Hauptstadt Damaskus am Samstag ausgesetzt wurde. Die von den USA unterstützte Allianz syrischer Kurden und arabischer Rebellengruppen meldete gleichentags die Einnahme des strategisch wichtigen Tischrin-Staudammes im Norden des Landes.

Die Verkehrsstrecke über den Damm war eine wichtige Nachschubroute des IS zwischen seiner Hochburg Al-Rakka in Syrien und den vom IS beherrschten Gebieten westlich des Euphrats. Zudem versorgt der Damm weite Teile der Region mit Strom.

Demoralisieren Niederlagen die IS-Kämpfer?

Wohl um die Moral seiner Kämpfer zu heben, veröffentlichte der IS am Wochenende eine seinem Anführer Abu Bakr al-Bagdadi zugeschriebene Audiobotschaft. Bagdadi rief in einer kämpferischen Rede zu einem Aufstand in Saudi-Arabien auf und kündigte Angriffe in Israel an.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Jede Wette: Hätten die Russen nicht eingegriffen würden die Amerikaner nach wie vor alibimässig planlos in der Wüste herumballern. Nur, niemand sollte sich Illusionen machen. Wenn der IS einmal besiegt ist entsteht andernorts in ähnlicher Form etwas Ähnliches. Die Büchse der Pandora wurde geöffnet. Kommt hinzu, dass mittlerweile in Europa tausende von Schläfern im Sog der "Flüchtlingsflut" eingeschleust wurden. Und die werden alle noch zuschlagen.
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    1. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @Werner Christmann: Sie haben vollkommen recht. Nur im letzten Punkt bin ich optimistischer. Die USA hat die IS Kommandeure zwar evakuiert, doch deren weitere "Verwendung" ist sehr begrenzt. Gut ist, dass man Taktik und Motivation der USA nun kennt !
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  • Kommentar von A. Schneider (keine Ahnung)
    Denke, der IS wird so schnell wieder verschwinden wie er aufgetaucht ist. Der Grundstein dazu ist gelegt. Wäre auch seltsam, wenn die Bemühungen all der inzw involv Militärs keine Früchte tragen würden. Bereits in 1 Jahr wird der IS nur noch eine Randnotiz sein, in 2 Jahren ein Grüppchen verwirrter Zottelbärten. Ev. war Paris betr. Nachschub ein kapitales Eigentor, welches den ein oder anderen europäischen Sympathisanten vor der Reise ins Feriencamp doch noch zum reiferen Nachdenken angeregt hat
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Ich habe nach dem Angriff in Frankreich geschrieben, mit diesen bestialischen Morden hat sich die IS selbst das Ende bereitet . Wer zum Schwerte greift, kommt durch das Schwert um - nun gilt es mit vereinten Kräften diesen Scharia - Vertretern restlos ohne Gnade jede Nahrung für ihre Gewalt abzutöten , damit endlich der Frieden wieder einkehrt, zu den besorgten Menschen dieser Erde. Die Wahhabiten sind aufgefordert ihren Koran endlich zu reformieren und der Gewalt eine Absage zu erteilen. 00h10
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