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International Enthaupteter Journalist: Befreiungsaktion gescheitert

Eine geheime US-Militäraktion hatte schon vor Wochen versucht, Foley und andere amerikanische Geiseln zu befreien. Doch der Versuch misslang.

Der Journalist James Foley.
Legende: Die Bilder von Foleys Enthauptung lösten weltweit entsetzen aus. Keystone

Es war eine geheime Kommandoaktion des US-Militärs in Syrien – doch sie schlug fehl. Die USA wollten schon im Sommer amerikanische Geiseln, darunter auch James Foley, aus der Hand der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befreien.

Zwei Dutzend Elitesoldaten seien in einer «komplizierten Aktion» per Hubschrauber in einer abgelegenen Gegend im Norden Syriens abgesetzt worden, berichtet die «New York Times». Im Verlauf der Operation seien sie aber in ein Feuergefecht mit den Terroristen verwickelt worden. Die Operation misslang, weil die Geiseln nicht an dem vermuteten Ort waren.

Zahl der US-Geiseln unbekannt

Unklar ist, wie viele Amerikaner derzeit in Syrien und im Irak festgehalten werden. Die Zeitung «Washington Post» schrieb, es könnten vier sein. Laut «New York Times» hatten die IS-Dschihadisten für Foley ein Lösegeld in Millionenhöhe gefordert. Die US-Regierung hat die Zahlung abgelehnt.

Trotz der IS-Drohung, weitere Amerikaner zu töten, flogen US-Militärs erneut Luftangriffe im Irak. US-Präsident Barack Obama nannte den Terrorismus ein Krebsgeschwür, das entfernt werden müsse.

Gipfel geplant

Für Ende September lädt Obama zu einem Terrorismus-Gipfel nach New York ein. Am Treffen sollen die Staats- und Regierungschef der UNO-Vetomächte USA, Grossbritannien, Frankreich, Russland und China teilnehmen.

Die Enthauptung hatte weltweites Entsetzen ausgelöst. Die Terroristen hatten ein Video veröffentlicht, das den Tod des seit 2012 in Syrien vermissten Reporters zeigt. Auch Deutschland und Italien wollen deshalb Kurden im Nordirak sowie die irakische Armee mit Waffen beliefern. Zuvor hatten bereits Grossbritannien und Frankreich Rüstungslieferungen in Aussicht gestellt.

IS hat rund 4000 Gefangene

Laut Menschenrechtlern hat die Terrormiliz IS mindestens 4000 Gefangene in Syrien in ihrer Gewalt. Darunter seien auch «einige Dutzend Ausländer», sagte ein Sprecher der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Rund 20 Gefangene seien Amerikaner und Europäer. Die IS-Extremisten halten sie an verschiedenen Orten in Syrien gefangen.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Jetzt einmal Klartext, Leute: All jenen, die auch jetzt wieder behaupten, das sei alles nur eine geschickt eingefädelte Propagandalüge, ist nicht mehr zu helfen. Euer Hass auf das Westliche und vor allem auf die USA und die NATO muss grenzenlos sein. Glaubt ihr wirklich, die Völker sind sooo dumm, um gleich alles zu glauben? Und welches Interesse hätten die Amis, um so etwas zu inszenieren? Falls ihr es nicht wisst: Solche Falschmeldungen führen in den USA zu Milliarden-Prozessen.
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  • Kommentar von R. Haechler, AG
    Tja .. es scheint als funktioniert diese Methode immer noch. Die USA will ja jetzt die Angriffe auf Syrien ausweiten - Ziel erreicht. Was ich mich wirklich frage ist - wie man heutzutage noch bei diesen Medienagenturen arbeiten kann ? Die wissen ja alle (so hoffe ich zumindest) das ist alles nur noch lug und trug. Tun mir wirklich leid diese Menschen.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Und damit dürfte die IS diese Militäraktion der US dann vermutlich sofort an weiteren unschuldigen Menschen gerächt haben. In Palästina töten Israeli 3 Hamas-Führer & dieses schlagen doppelt & dreifach zurück. So "schaukelt" sich die Gewalt immer höher, aber sicher ist, dass man damit keinen Frieden gewinnen kann. Die Amerikaner hätten das Lösegeld bezahlen sollen, statt durch diese Aktion weitere Massaker an Unschuldigen zu provozieren. Die Franzosen zahlten für ihrige Journalisten.
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