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Frankreichs Linke «Er bricht radikal mit Hollandes Politik»

Die Sozialisten haben eigentlich keine Chance bei der Präsidentschaftswahl, meint SRF-Korrespondent Charles Liebherr.

Legende: Audio Warum ist Hamons Kandidatur für Frankreichs Linke wichtig? abspielen. Laufzeit 03:52 Minuten.
03:52 min, aus SRF 4 News aktuell vom 30.01.2017.

SRF News: Warum hat Benoît Hamon so klar gewonnen?

Er lässt den linken Parteiflügel träumen und vollzieht zugleich den radikalen Bruch mit der Politik von Präsident Hollande. So verspricht Hamon ein bedingungsloses Grundeinkommen und die Senkung der Arbeitszeit, das sind die herausragenden Symbole seiner Politik. Und mit diesen Versprechen hat er auch die Wahl gewonnen.

Kann er mit diesen Positionen die Stichwahl erreichen?

Nein, denn die sind schon mit einem etablierten Kandidaten besetzt, nämlich Jean Luc Melenchon vom Front de gauche. Er liegt auch deutlich vor Hamon und will nicht auf seine Kandidatur verzichten. Es stehen sich also zwei Politiker der linken Linken gegenseitig auf den Füssen. Eine Chance gegen Fillon oder Le Pen ist somit eigentlich schon rein rechnerisch nicht möglich.

Hat also die Vorwahl weniger Auswirkungen auf die Präsidentenwahl als vielmehr für die künftige Ausrichtung der Partei?

Das kann man so sagen. Denn es gibt mit Melenchon und Macron zwar zwei linke Kandidaten, allerdings politisieren die ausserhalb der Partei. Die Sozialisten als Partei selbst stehen im Abseits und sind vorerst mit sich beschäftigt.

Das Gespräch führte Simone Weber.

Charles Liebherr

Charles Liebherr

Seit 2014 ist Charles Liebherr Frankreich-Korrespondent von Radio SRF. Er studierte in Basel und Lausanne Geschichte, Deutsche Literatur- und Sprachwissenschaft sowie Politologie. Davor war er beim Schweizer Radio unter anderem als Wirtschaftsredaktor tätig.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Frey (Sebastian Frey)
    naja, man könnt auch etwas optimistischer/positiver berichten? Mit Benoît Hamon wird aus der PS nach F.Hollande's doch eher neoLibaralem Kurs wieder eine Linke Partei. Noch interessanter; mit B.Hamon scheint erstmals in der Grossen/Alten-PS einer an der Spitze zu stehen, der nicht die PS-ElitenAusbildungen genossen hat. = Somit falls nicht bei Präsidentenwahlen 2017 erfolgreich, so hoffnungsvoll in Zukunft.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Bei vielen Reisen in Frankreich erfahre ich immer wieder die Bestätigung bei den Franzosen, dass sie bei den nächsten Wahlen niemals einen solch linksstehender Politiker aus der völlig zerstrittenen "Linke" als Präsidenten wählen würden! Darum ist der gestrige "Star" (Hamon) schnell kein "rosenschwingender Kandidaten" mehr! Nicht aufregen, einfach ruhig abwarten, wie sich die Franzosen(Innen) entscheiden werden!
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Endlich wieder mal ein tief roter Sozialist. Mit ihm würde Frankreich in die nächste Revolution steuern, die dann ohne Wirtschaft funktioniert und von den Vermögen der noch Reichen zerrt.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Haben sie den Artikel nicht gelesen?
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