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International Erdbeben in China: Wurde beim Bauen gepfuscht?

Obwohl die Zentralregierung sofort nach dem grossen Erdbeben Rettungskräfte und Soldaten losschickte, sind rund 400 Menschen ums Leben gekommen. Für einige ist das Jahr des Holzpferdes daran schuld. Für andere ist es eher Pfusch am Bau, wie SRF-Korrespondent Urs Morf sagt.

Mindestens 398 Menschen kamen bei den Erdstössen in der südwestlichen Provinz Yunnan am Sonntag ums Leben, etwa 1800 wurden verletzt. Dies berichtete das Staatsfernsehen am Montag unter Berufung auf Rettungskräfte. Das Beben hatte etliche Orte von der Aussenwelt abgeschnitten.

SRF-China-Korrespondent Urs Morf hat nicht den Eindruck, dass die Rettungsarbeiten stocken – im Gegenteil: Als das Erdbeben bekannte wurde, habe die Zentralregierung innerhalb weniger Minuten erste Befehle erlassen. «Sie schickten Soldaten los, die den lokalen Rettungskräften zur Hand gehen sollten.» Flugzeuge mit Hilfsgütern seien sofort ins Erdbebengebiet entsandt worden. Für Erdbeben-Katastrophen scheine die chinesische Regierung gut vorbereitet zu sein, meint der Beobachter vor Ort.

Legende: Video Der Moment des Bebens (Originalton) abspielen. Laufzeit 00:19 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.08.2014.

Das Zentrum des Bebens mit einer Stärke von 6,5 lag in zwölf Kilometern Tiefe unter dem Ort Longtoushan in der Gemeinde Ludian, rund 370 Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Kunming. Anschliessend registrierte Chinas Erdbebenwarte Hunderte von Nachbeben.

Pfusch am Bau?

Fernsehbilder zeigten gewaltige Zerstörungen. Häuser waren nur noch Schrotthaufen. Auch auf den Bildern von Internetnutzern, die Szenen aus dem Erdbebengebiet zeigen sollen, war die grosse Zerstörung gut sichtbar. Einige User klagten, die gewaltige Zerstörung sei ein Zeichen, dass beim Bauen gepfuscht wurde. Anderenfalls hätten die Gebäude aus Beton den Erschütterungen besser standgehalten.

Legende: Video Luftaufnahmen der Zerstörung (Originalton) abspielen. Laufzeit 00:29 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.08.2014.

Diese Vorwürfe seien nicht grundlos, sagt Morf: «Es ist leider so, dass in China Baupfusch an der Tagesordnung ist. Das geht Hand in Hand mit der Korruption.» Es werde zum Beispiel oft am Stahl gespart, oder eine billigere Sorte Zement verwendet, um sich selbst mehr Geld in die eigene Tasche stecken zu können, sagt der Korrespondent. Aber um diesen Verdacht bestätigen zu können, brauche es zuerst Untersuchungen und Beweise.

Trauer und Beklemmung

Das chinesische Volk reagierte auf die Katastrophe nicht nur mit Trauer, sondern auch mit Beklemmung, sagt Morf: «Für viele Chinesen ist dieses Erdbeben nur ein weiterer Höhepunkt in einer Kette von Katastrophen, die China heimzusuchen scheint.»

Laut Morf stand am Anfang des Jahres und der Unglücksserie der Terroranschlag auf den Bahnhof in Kunming und dann das Verschwinden des malaysischen Flugzeugs MH370, dessen Passagiere grösstenteils Chinesen waren.

Auch vor diesem Erdbeben sei Ostchina bereits von einem Unglück heimgesucht worden, sagt der Korrespondent. In Ostchina explodierte eine Fabrik und riss mindestens 75 Menschen in den Tod. Die Chinesen würden schon fast dazu neigen abergläubisch zu werden: «Sie sagen, die Unglücke könnten damit zusammenhängen, dass auf diesem Jahr des Holzpferdes ein Fluch liegt.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Weltweit wird in bekannten Erdbebengebieten Baupfusch betrieben. Kommt immer auf die finanziellen Mittel der Bauherren, respektive deren Profitgier an. Erdbebensicheres Bauen ist nun mal kostenträchtig, nicht nur Materialmässig sondern auch in der Ausführung. Geschultes Baupersonal kostet eben auch mehr als Chapuseros (Pfuscher). Hierzulande regelmässig sichtbar. Schlecht gemischter/verdichteter Beton zerbröselt wie Popcorn zwischen den Moniereisen, weil er den Druckkräften nicht standhält.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Ohne Zweifel wurde hier gepfuscht, wenn man bedenkt, unter welchen Umständen die Arbeiter dort schuften müssen und gehalten werden.
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