Zum Inhalt springen

International Erneut demonstrieren Zehntausende gegen Pegida

In mehreren deutschen Städten kam es zu Demonstrationen gegen die islamkritische Pegida-Bewegung. Alleine in München gingen rund 11'000 Menschen auf die Strasse – einzelne davon in Kostümen oder mit Karnevalsperücken.

München ist bunt: Mit solchen Schildern wurde in München gegen Pegida demonstriert.
Legende: «München ist bunt»: Unter diesem Motto gingen die Demonstranten in München auf die Strasse. Keystone

Trotz eines Demonstrationsverbots in Dresden wegen Terrordrohungen sind am Montagabend in etlichen deutschen Städten wieder Anhänger und Gegner der islamkritischen Pegida-Bewegung auf die Strasse gegangen. Dabei gelang es den Pegida-Organisatoren nicht, wieder Zehntausende Anhänger wie sonst in Dresden zu mobilisieren. Insgesamt folgten nur wenige Tausend dem Aufruf von Pegida-Ablegern zu Kundgebungen. Die Zahl der Gegendemonstranten war mit landesweit etwa 45‘000 Teilnehmern weitaus grösser.

Legende: Video Demonstration gegen Pegida in München (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Vom 19.01.2015.

In Dresden, dem Ausgangspunkt der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida), waren für Montag sämtliche Kundgebungen aus Sicherheitsgründen verboten worden. Grund war eine Morddrohung von Islamisten gegen Pegida-Gründer Lutz Bachmann. Einen Eilantrag eines Pegida-Gegners gegen das Verbot lehnte das Verwaltungsgericht Dresden am Abend ab. Schon nächsten Montag will Pegida aber wieder in der sächsischen Landeshauptstadt demonstrieren.

Karnevalsperücken und Kostüme in München

Die grösste Anti-Pegida-Demonstration gab es in München. Dort beteiligten sich etwa 11‘000 Menschen an einer Kundgebung für eine offene und tolerante Gesellschaft unter dem Motto «Tanz den Pegida – ein Arbeiterfasching». Das waren allerdings nur noch etwa halb so viele wie vor einer Woche, dem ersten Montag nach den islamistischen Anschlägen von Paris. Einzelne folgten dem Aufruf der Veranstalter und trugen Karnevalsperücken oder Kostüme. Einer verkleidete sich komplett als Zebra und sagte: «Ich bin aus Afrika, und trotzdem haben mich alle lieb.»

In Braunschweig musste eine Pegida-Demonstration abgebrochen werden, bevor sie richtig angefangen hatte. «Zu gefährlich», sagte ein Polizeisprecher. Nach Polizeiangaben waren rund 250 Anhänger der Bewegung Bragida («Braunschweig gegen die Islamisierung des Abendlandes») in der Stadt, diese wurden von Gegendemonstranten förmlich eingekreist. Rund 5000 Menschen demonstrierten gegen die islamkritische Bewegung.

«Wirr ist das Volk»-Plakate in Magdeburg

Insgesamt verliefen die Kundgebungen weitgehend friedlich. In Duisburg kam es am Rande des Pegida-Ablegers Dügida jedoch zu gewalttätigen Angriffen auf die Polizei, drei Beamte wurden verletzt.

In Magdeburg sahen sich rund 600 Magida-Anhänger etwa 6000 Gegendemonstranten gegenüber. Die Polizei verhinderte mit einem starken Aufgebot, dass die Gruppen direkt aufeinandertrafen. Viele der Magida-Anhänger schwenkten schwarz-rot-goldene Fahnen und skandierten «Wir sind das Volk». Gegendemonstranten riefen «Nazis raus» und «Haut ab». Auf einem Plakat hiess es: «Wirr ist das Volk».

In Leipzig demonstrierten etwa 5000 Menschen gegen den Pegida-Ableger Legida. In Berlin standen sich mehrere Hundert Bärgida-Anhänger und ungefähr ebenso viele Gegendemonstranten gegenüber.

In Würzburg nahmen laut Polizei etwa 1200 Bürger an einem Demonstrationsmarsch teil. In Nürnberg versammelten sich annähernd 1000 Menschen zu einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus. Am anderen Ende des Landes demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 2500 Menschen an einer Kundgebung des Bündnisses «Für ein buntes Flensburg» gegen Rassismus und für Toleranz. Weitere Kundgebungen gab es in Düsseldorf, Kassel, Osnabrück, Wiesbaden, Stralsund, Saarbrücken und Suhl.

Demos auch in Skandinavien

In den dänischen Städten Kopenhagen, Aarhus und Esbjerg sind am Abend zum ersten Mal Pegida-Anhänger auf die Strasse gegangen. In Kopenhagen waren es 200 Demonstranten, in Aarhus kamen 30. In der norwegischen Hauptstadt Oslo fand am Abend die zweite Pegida-Demo statt. Die 70 Teilnehmer wurden dabei von Gegendemonstranten mit Schneebällen beworfen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

132 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von B.Schwab, Meilen
    Nun die Linksradikalen haben wieder zugeschlagen. Jeden Andersdenkenden beleidigt, unwissen und hetze vorgeworfen. Wie wir sie kennen. Keinen Respekt zu Menschen mit anderer Meinung, die anderen vorwerfen NICHTS über den Islam zu wissen und selber NICHTS über den Islam wissen. Denn sonst würden sie mal sachlich argumentieren und nicht nur hetzen. Zumal richtet sich der Protest der PEGIDA ja nicht gegen den Koran oder deren glauben, sondern gegen Islamisten und die Islamisierung. Ganz einfac
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Während die Menschen der Pegida-Bewegung friedlich demonstrieren, randalieren Links-Autonome Gegner. Auf der Strecke Dresden-Leipzig haben sie durch Sachbeschädigungen Züge "lahm" gelegt, um so Pegida Anhänger an der Teilnahme zu hindern. Fazit: Die Befürworter sind friedlich, die Gegner sind es nicht! Was ist jetzt mehr zu verurteilen?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M.Gerber, Basel
    Die Pegida-Gegner wissen NICHTS über den Islam oder die Proteste dagegen! Die Kommentare sprechen für sich: mangelndes Allgemeinwissen, gepaart mit radikalen Ansichten und einer zur Schau getragenen Überheblichkeit und Arroganz! Spricht man den krassen Mangel an an, empfinden diese Leute diese offengelegte Schwäche als Beleidigung. Ausgerechnet die Schreiber, die selber radikal Andersdenkende verunglimpfen und verurteilen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von M.Meyer, Dielsdorf
      schreiben Sie immer ab? Oder haben sie auch eine eigene meinung? Mich würde interessieren, ob sie den koran oder die bibel wirklich kennen. Sie reden gegen den islam? Konnen sie das begründen?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von M.Gerber, Basel
      "schreiben Sie immer ab?" Lieber Studer. Wo schreibe ich bitte ab. Wo steht exakt dieser Eintrag schon mal, die dann nicht meine Meinung wäre? "Sie reden gegen den islam? " Wo rede ich gegen Islam? Wo habe ich das gemacht. Bitte exaktes Zitat. Danke. Ich bin für Tolleranz gegenüber dem Islam aber auch gegenüber Andersdenkenden gegenüber Linken. Und M. Meyer?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von B. Bedi, Alpnach
      @M.Meyer: Begründen? Wo wohnen Sie denn? Die letzten Jahre geschlafen? Können Sie begründen, warum man für den Koran sein muss?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von M.Meyer, Dielsdorf
      @bedi. masseneinwanderung in alpnach? Islamisierung in Ihrem kanton? Da lachen ja die hühner!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von M.Gerber, Basel
      "masseneinwanderung in alpnach? Islamisierung in Ihrem kanton? Da lachen ja die hühner!" Tja Meyer es gibt Leute die über den Tellerrand sehen können und die gesamte Situation beurteilen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von P. Studer, Zug
    Die Pegida-Anhänger wissen NICHTS über den Islam! Die Kommentare sprechen für sich: mangelndes Allgemeinwissen, gepaart mit radikalen Ansichten und einer zur Schau getragenen Überheblichkeit und Arroganz! Spricht man den krassen Mangel an Wissen über die Weltreligionen an, empfinden diese Leute diese offengelegte Schwäche als Beleidigung. Ausgerechnet die Schreiber, die selber radikal eine ganze Weltreligion verunglimpfen und verurteilen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Nur weil die PEGIDA nicht Ihrer Ideologie und Weltanschauung entspricht, können Sie wohl kaum ein solch allgemeines "Hassbild" und Vorwürfe von angeblicher Unwissenheit an diese besorgten Leute austeilen! Viele dieser Menschen sind einfach sehr besorgt, wie sich Europa religiös vollständig verändert! Wenn dann diese Veränderung noch mit brutalen Terror-Anschlägen durch militante islamistischen Extremisten vorangetrieben wird, haben Sie kein Recht, diese Leute als unfähig und blöd darzustellen!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von P. Studer, Zug
      @Bolliger. Nur diejenigen, auf die meine Aussage voll und ganz zutrifft, fühlen sich gekränkt. Fragen Sie sich, warum Sie Pegida verteidigen oder unterstützen. Ist es weil Sie den Islam wirklich kennen, oder weil Sie weder diese Religion noch diese Menschen so richtig einordnen können? Fragen Sie sich nicht, mit wem Sie Schulter an Schulter für etwas einstehen? Lassen Sie sich bewusst mit Rechtsradikalen ein? Ich hoffe nicht! Angst und Unwissen geben Pegida definitiv keine Daseinsberechtigung!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von B.Horn, Biel
      "Nur weil die PEGIDA nicht Ihrer Ideologie und Weltanschauung entspricht, können Sie wohl kaum ein solch allgemeines "Hassbild" und Vorwürfe von angeblicher Unwissenheit an diese besorgten Leute austeilen! " Genau so ist es Herr Bolliger. Und das macht unser S.Studer laufend. Andersdenkende in einen Topf schmeissen, Nazi-Keule schwingen und dann andere kritisieren sie seien nicht Tollerant :)) Was ist denn mit den Linksradikalen Antifa die bei der Gegendemo mitläuft!?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von B.Horn, Biel
      @Studer Nur diejenigen, auf die Bolligers Aussage voll und ganz zutrifft, fühlen sich gekränkt. Fragen Sie sich, warum Sie Pegida angreifen oder ablehnen. Ist es weil Sie den Islam wirklich kennen, oder weil Sie weder diese Religion noch diese Menschen so richtig einordnen können? Fragen Sie sich nicht, mit wem Sie Schulter an Schulter für etwas einstehen? Lassen Sie sich bewusst mit linksradikalen ein? Ich hoffe nicht! Angst und Unwissen geben Pegida-Gegner definitiv keine Daseinsberechtigung!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen