Erneute Panne vor dem NSU-Prozess

Auch die Neuzuteilung der Presseplätze für das NSU-Gerichtsverfahren in Deutschland wird von Problemen überschattet. Das Oberlandesgericht in München räumte Fehler bei der umstrittenen Verlosung ein. Ein Medienplatz wird deshalb neu vergeben.

Wieder Probleme bei der Platzverteilung für den kommenden Prozess gegen die Terrorzelle «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU): Laut der ARD landete bei der zweiten Ziehung die Bewerbung des MDR-Hörfunks versehentlich im Korb für die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. Ausserdem fiel ein Los auf einen Journalisten, der seine Bewerbung bereits zurückgezogen hatte. Der Platz wird nun erneut verlost.

«Der Prozessbeginn am Montag ist dadurch nicht gefährdet», betonte eine Sprecherin des Münchner Oberlandesgericht (OLG).

Das Verfassungsgericht in Karlsruhe hatte die ursprüngliche Prozedur – nach zeitlicher Reihenfolge der Anfragen – beanstandet. Kein türkisches Medium bekam einen der 50 Plätze zugewiesen. Dies, obwohl acht von zehn Opfern der NSU-Neonazi-Terrorzelle aus der Türkei stammten. Am Montag verloste das OLG die Plätze darum.

Doch auch das gefiel nicht allen: Am Dienstag ging in Karlsruhe eine weitere Beschwerde ein. Ein freier Journalist hatte seine Reservierung aus dem ersten Akkreditierungsverfahren bei der Neuverlosung verloren.

Hauptangeklagte der rassistisch motivierten Morde und Anschläge des NSU ist Beate Zschäpe. Neben ihr sind vier weitere Personen angeklagt.