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Erschreckender Bericht Zehntausende Kinder in Australien missbraucht

Legende: Audio Kindsmissbrauch in Australien: Kritik an katholischer Kirche abspielen. Laufzeit 03:41 Minuten.
03:41 min, aus SRF 4 News aktuell vom 15.12.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • In den letzten Jahrzehnten sind Zehntausende Kinder in Australien missbraucht worden.
  • Das zeigt ein Bericht, den eine offizielle Untersuchungskommission vorgestellt hat.
  • Der Bericht kritisiert Schulen oder Sportklubs,vor allem aber die katholische Kirche.

Fünf Jahre lang hat sich in Australien eine Kommission der Regierung mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern im Land beschäftigt. Nun legt sie ihren Abschlussbericht vor. Demzufolge wurden über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen sowie Vereinen Zehntausende Kinder missbraucht. Etwa ein Drittel der Täter waren Geistliche.

Katholische Kirche entschuldigt sich

Australiens katholische Kirche hat die Opfer um Entschuldigung gebeten. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Melbournes Erzbischof Denis Hart, versprach, die Schlussfolgerungen der Kommission «sehr ernst» zu nehmen.

Hart sagte zu dem Bericht: «Im Namen der katholischen Bischöfe und religiösen Führer erneuere ich unsere uneingeschränkte Entschuldigung an die Betroffenen für dieses Leid.» Er sprach von einer «beschämenden Vergangenheit». Zugleich wies er jedoch Vorschläge der Kommission zurück, das Zölibat und auch das Beichtgeheimnis zu lockern. Hart sagte: «Die Strafe für jeden Priester, der das Beichtgeheimnis bricht, ist die Exkommunikation.»

Kommission schlägt «Kinderministerium» vor

Die Kommission hatte vorgeschlagen, das Schweigegebot zu lockern, damit Priester Fälle sexuellen Missbrauchs anzeigen können, von denen sie im Beichtstuhl erfahren. Insgesamt regt sie mehr als 400 Änderungen an, damit es künftig weniger Opfer von sexueller Gewalt an Kindern gibt.

Zehntausende Kinder in vielen australischen Einrichtungen wurden sexuell missbraucht. Die genaue Zahl werden wir nie wissen.
Autor: Zitat aus dem AbschlussberichtKommission zur Untersuchung von Missbrauchsfällen

Unter anderem sollen ein eigenes «Kinderministerium» und eine nationale Kinderschutzbehörde entstehen. Premierminister Malcolm Turnbull berief eine Arbeitsgruppe ein, die die Umsetzung prüfen soll. Die Kommission war 2012 von der damaligen Premierministerin Julia Gillard eingerichtet worden, nachdem eine Reihe schwerer Missbrauchsfälle bekannt geworden waren. Geschätzt wird, dass etwa 60'000 Menschen Anspruch auf Entschädigung geltend machen können.

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Die Pfärrer sollten heiraten dürfen, es würden viel weniger Kinder, welche sexuell Misshandelt wurden, so für ein ganzes Leben lang leiden. Jesus hat sicher kein Zölipat ausgesprochen. Wenn die kath. Kirche weiterhin mit so schrecklichen Missständen belangt wird, müssen sie sich nicht wundern wenn die Menschen aus dieser Kirche austreten. Wie verlogen und heuchlerisch es ist zum kot---.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Das System stinkt. Täter werden bewusst kaum Bestraft, Taten verschwiegen, verharmlost und Opfer oder dessen Angehörige diskreditiert und so gleich mehrfach zu Opfern gemacht. Das Verschieben von Tätern in andere Bistümer oder sogar Länder zeigt sich nun, man muss sagen endlich, als schädlicher Bumerang für die Gesamtkirche. Statt "faule" Teile zu entfernen und zu bestrafen, hat man sie systematisch mitgeschleppt und so immer neue Opfer erzeugt. Dumm und kriminell durch die Kirchenleitung.
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    1. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Ja der Sexualtrieb ist von der Evolution nicht umsonst als zweitstärkste Kraft im Menschen angelegt - leider ist der Verstand nicht bei allen so stark in der Kontrolle dieser Kraft - und die Bestrafungen haben noch selten einen Missbrauch verhindert. Einzig das Wissen um diese Umstände verbunden mit rigoroser Aufklärung verhindert die einfacheren Fälle .
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  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    Die zölibatären, scheinheiligen Kinderschänder in der katholischen Kirche sind keine Seltenheit, jahrzehntelang hat man sie nach jedem Verbrechen in ein anderes Bistum versetzt. Während pädophile Normalbürger ins Gefängnis mussten, wurden die Pfarrherren verschont. Bis heute wird von Rom am Zölibat festgehalten, im Wissen, dass sich ohnehin nur eine Minderheit daran hält.
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