Erst ein Entwurf für weitere Klimaverhandlungen

Halbzeit in Paris: Unterhändlern ist es an der UNO-Klimakonferenz gelungen, sich auf einen Vertragsentwurf zu verständigen. Dennoch herrscht derzeit eher Ernüchterung als Euphorie.

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Ernüchterung an Klimakonferenz

1:40 min, aus Tagesschau vom 5.12.2015

Bei der Pariser UN-Weltklimakonferenz ist eine wichtige Etappe geschafft. Die Unterhändler haben sich auf eine neue Verhandlungsgrundlage verständigt. Vertreter der 196 Verhandlungspartner akzeptierten den überarbeiteten Text am Samstag als Basis für die am Montag beginnenden Gespräche auf Ministerebene.

«Dieser Text zeigt den klaren Willen aller, nächste Woche zu einer Einigung zu kommen», sagte die französische Verhandlerin Laurence Tubiana. Frankreichs Präsident François Hollande erklärte: «Wir haben es fast geschafft.»

Noch viele offene Fragen

Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Klimagipfel nur mühsam vorankommt. Der eigentliche Vertragsentwurf ist auf etwa 20 Seiten gekürzt worden, mit ergänzenden Textpassagen und Bedenken einzelner Staaten umfasst das Dokument aber weiterhin fast 50 Seiten. Und viele Grundsatzfragen sind noch offen.

So fordern die Entwicklungsländer, dass die Finanzzusagen der Weltgemeinschaft nach 2020 deutlich aufgestockt werden. Nach Berechnungen auf Basis einer aktuellen Liste des UN-Klimasekretariats sind die bisherigen Zusagen noch nicht erreicht. Bis zum Jahr 2020 sollen jährlich 100 Milliarden US-Dollar an öffentlichen und privaten Mitteln fliessen.

Feilschen um Grade

Die UNO-Konferenz soll am kommenden Freitag einen Vertrag beschliessen, der den Klimawandel langfristig auf ein erträgliches Mass begrenzt. Die Forderung von Inselstaaten nach einer Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad rückt zunehmend in den Blickpunkt der UN-Klimaverhandlungen. Konferenzleiter Laurent Fabius unterstützte das Ziel, eine solche Marke im geplanten Klimavertrag zu erwähnen. «Ich hoffe, wir erreichen das», sagte der französische Aussenminister.

Es gibt allerdings auch heftigen Widerstand. «Da haben wir sehr harte Verhandlungen gesehen von Saudi-Arabien, unterstützt von China, um das zu verhindern», sagte Jennifer Morgan von der Umwelt-Denkfabrik World Resources Institute. US-Verhandlungsführer Todd Stern sprach von Gesprächen, «um einen Weg zu finden, die 1,5 Grad in irgendeiner Weise zu erwähnen».