Erste kalifornische Homo-Paare geben sich das Ja-Wort

Gleichgeschlechtliche Paare dürfen in Kalifornien wieder heiraten. Ein Gericht hat das Eheverbot für Homosexuelle nach fünf Jahren aufgehoben – mit sofortiger Wirkung.

Sandy Stier (l) und Kris Perry werden im Rathaus von San Francisco geraut.

Bildlegende: Dafür haben sie lange gekämpft: Sandy Stier (l) und Kris Perry geben sich das Ja-Wort im Rathaus von San Francisco. Reuters

Das bahnbrechende Urteil des Supreme Court zur Homo-Ehe vom Mittwoch zeigt überraschend schnelle Wirkung: In Kalifornien dürfen Lesben und Schwule ab sofort wieder heiraten. Nur drei Tage nach der Urteilsverkündung des Supreme Courts hat ein kalifornisches Berufungsgericht das Eheverbot aufgehoben.

Kurz nach der Entscheidung gaben sich die ersten Paare das Ja-Wort. In San Francisco wurden Kris Perry und Sandy Stier getraut. Sie hatten gegen das Verbot geklagt. In Los Angeles heirateten Paul Katami und Jeff Zarrillo. Sie waren die anderen Kläger.

Gegner der Homo-Ehe waren hingegen empört, dass das Berufungsgericht so schnell auf das Urteil des Supreme Courts reagiert hat.

Kräfteringen um die Homo-Ehe

Gleichgeschlechtliche Paare durften in Kalifornien nur für kurze Zeit legal heiraten - zwischen Mai und November 2008. Ein Volksbegehren forderte dann jedoch, dass die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau in der Verfassung festgeschrieben und damit die Homo-Ehe verboten wird. Der Vorstoss wurde knapp angenommen.

Gegen diese Einschränkung zogen homosexuelle Paare vor Gericht. Zuletzt gab ihnen das Berufungsgericht in San Francisco Recht. Dagegen klagten wiederum die Gegner der Homo-Ehe vor dem Supreme Court. Er liess sie aber abblitzen und erklärte das Gericht in San Francisco für zuständig. Dieses hatte das Volksbegehren, das die Homo-Ehe in Kalifornien verbot, als unrechtmässig bezeichnet.

Schwule und Lesben in ganz Amerika hoffen nun auf weitere Erfolge. In 29 der 50 US-Bundesstaaten ist die Homo-Ehe noch verboten.