Erste schwarze Frau soll US-Justiz übernehmen

US-Präsident Obama hat eine Nachfolgerin für seinen scheidenden Justizminister gefunden: Die Nominierung der New Yorker Staatsanwältin Loretta Lynch muss allerdings noch vom Kongress bestätigt werden.

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Loretta Lynch als US-Justizministerin nominiert

0:23 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 8.11.2014

Die New Yorker Staatsanwältin Loretta Lynch soll neue Justizministerin der USA werden. Präsident Barack Obama will die Afroamerikanerin heute für die Nachfolge von Eric Holder nominieren. Das hat das Weisse Haus mitgeteilt.

Lynchs Nominierung muss noch vom Senat bestätigt werden. Nachdem die Republikaner bei den Kongresswahlen letzte Woche dort die Mehrheit erobert haben, könnte die Bestätigung theoretisch auf Probleme stossen. Lynch gilt jedoch nicht als Mitglied des engsten Kreises um Obama, was ihr im Abstimmungsprozess zugute kommen könnte.

Lynch wäre die erste schwarze Frau an der Spitze des Justizministeriums. Holder hatte im September seinen Rücktritt angekündigt. Er war der erste schwarze US-Justizminister in der Geschichte der Vereinigten Staaten und ein enger Vertrauter von Präsident Obama.

Wichtige Rolle im Steuerstreit

Die Wahl ist auch für die Schweiz von Belang, da dem Justizminister oder der Justizminister im Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA eine wichtige Rolle zukommt. Die Schweizer Banken verhandeln derzeit mit Vertretern des US-Justizdepartements, um ihre Vergangenheit mit unversteuerten Geldern aus den USA zu regeln.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Banken: Die USA machen wieder Druck

    Aus Echo der Zeit vom 11.10.2014

    Der Steuerstreit mit den USA geht in die nächste Runde. In den letzten Wochen hat das US-amerikanische Justizdepartement einen Vertragsentwurf verschickt, der den beteiligten Schweizer Banken ganz und gar nicht gefällt: die Banken befürchten, an der Angel der US-Behörden hängen zu bleiben.

    Barbara Widmer