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International Erster homosexueller Bürgermeister in Polen

Der Abgeordnete Robert Biedron hat als erster sich offen bekennender Homosexueller einen Bürgermeisterposten in Polen ergattert. Angst vor Feindseligkeiten hat der 38-Jährige nicht – daran ist er sich bereits gewöhnt.

Lachender Robert Biedron
Legende: Der Politiker Robert Biedron kämpft seit Jahren für die Rechte der polnischen Schwulen und Lesben. Keystone

In Polen ist erstmals ein homosexueller Politiker zum Bürgermeister einer mittelgrossen Stadt gewählt worden. Der 38-jährige Abgeordnete Robert Biedron setzte sich am Sonntag in der Ostseestadt Stolp (Slupsk) bei der Stichwahl klar gegen seinen Herausforderer Zbigniew Konwinksi von der regierenden liberalen Bürgerplattform (PO) durch, wie die Wahlkommission mitteilte.

Demnach erhielt Biedron, der für die anti-klerikale linke Partei Twoj Ruch im Parlament sitzt, bei der Wahl aber als Parteiloser antrat, 57 Prozent der Stimmen.
«So kann man, wenn man es will, Berge bewegen», sagte Biedron nach seinem Wahlsieg.

Anfeindungen gewohnt

Der Politologe und Verleger war 2011 über die Liste von Twoj Ruch als erster offen schwuler Abgeordneter in das nationale Parlament des stark katholisch geprägten Landes eingezogen. Damals wurde für die Partei auch eine Transsexuelle als Abgeordnete gewählt.

Seit der Politiker mit dem verschmitzten Lächeln vor drei Jahren ins Parlament gewählt wurde, wurde sein Abgeordnetenbüro schon mehrfach mit Schmäh-Graffiti beschmiert. Beschimpfungen, Feindseligkeit und persönlichen Angriffen war Biedron in seinem jahrelangen Kampf um Rechte von Schwulen und Lesben in Polen immer wieder ausgesetzt.

Kandidatur unter dem Motto: «Endlich Wandel»

Als Mitglied des Justizausschusses erwarb sich Biedron jedoch Ansehen durch seine Ernsthaftigkeit und seinen Fleiss. In Stolp hat er versprochen, eine «moderate» Politik zu verfolgen.

Biedron hat angekündigt, sich in der 100'000-Einwohner-Stadt an der Ostseeküste per Fahrrad zu bewegen und die Einwohner aufgerufen, dies ebenfalls zu tun. Zudem will sich der Politiker, der mit dem Slogan «Endlich Wandel» antrat, in der Stadt kostenloses Internet bereitstellen und sich für die Einsparung von Energie einsetzen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Solange die Schwulen nicht den "Nachbrenner" namens Gender-Mainstreaming einschalten, bei dem eine elitäre Bevölkerungs-Minderheit von 2 Prozent es sich zum Ziel setzt, die Lebenswelt der restlichen 98 Prozent auf den Kopf zustellen, solange habe ich mit dieser Bevölkerungsgruppe kein Problem.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Solange er nicht heiratet und mit seinem Partner Kinder gross zieht, ist gegen seime Amtsführung nichts einzuwenden. Wir hatten ja auch schon sogar einen schwulen höchsten Schweizer.
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    1. Antwort von M.Schmid, Bern
      Ich sehe nicht, wieso ein schwuler Bürgermeister nicht auch verheiratet sein könnte und Kinder haben könnte? Meiner Meinung gibt es da kein Problem, ausser dass bei ranghohen Positionen meist etwas die Kinder vernachlässigt werden müssen, um genug Zeit für den Job zu haben. Aber das akzeptieren wir als Gesellschaft ja.
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  • Kommentar von Frédéric Weil, Adliswil
    "Wieder ein heterosexueller Präsident in ..... " So hört man es nie. Sollte doch langsam zum Alltag gehören und nicht jedesmal explizit erwähnt werden, wenn jemand homosexuell ist. Kommt mir vor wie: ".... XY, Sohn jüdischer Einwanderer". Warum wird nicht gesagt: "... XY, Sohn einer christlichen Familie"? Man soll das hervorheben, was uns verbindet, nicht was uns trennt ... !!!!
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    1. Antwort von Nathalie Zimmermann, Effretikon
      Homosexualität trennt doch niemanden. Die Trennung geht von dir aus, wenn du nichts mit Homosexuellen zu tun haben willst.
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