Erster Zeuge belastet Kapitän Schettino

Im Prozess um die Havarie der «Costa Concordia» hat ein erster Zeuge ausgesagt. Demnach entschied Kapitän Francesco Schettino am Unglückstag ganz alleine, das Schiff nahe an der Insel Giglio vorbeizufahren. Weder die Hafenbehörde noch die Reederei wurden darüber informiert.

Die Pläne, die «Costa Concordia» nahe an die Küste heranzuführen, schmiedete Schettino alleine. Der Kapitän gab weder der Hafenbehörde noch der Reederei Bescheid über seinen Entschluss, von der Route abzuweichen. Das sagte Offizier Giovanni Iacarino im Prozess in Grosseto.

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Prozess gegen Kapitän Schettino

4:20 min, aus 10vor10 vom 17.7.2013

Iaccarino, der sich mit Schettino auf der Kommandobrücke befand, sagte als erster von 1040 Zeugen aus. Schettino muss sich wegen fahrlässiger Tötung von 32 Menschen, fahrlässiger Körperverletzung sowie Verlassen des Schiffs verantworten. Im Juli war der Prozessauftakt.

Manöver sollte schon früher stattfinden

Schettino wollte ein als «Verneigung» bezeichnetes Manöver durchführen, um die Inselbewohner zu grüssen. Damit wollte er einem Mitarbeiter einen Gefallen erweisen, da dessen Angehörige auf Giglio lebten.

Schon eine Woche vor dem Unglück hätte Schettino die «Verneigung» durchführen wollen. Wegen schlechten Wetters habe er darauf verzichtet, so Iaccarino.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • «Costa Concordia» wieder aufrecht

    Aus Tagesschau vom 17.9.2013

    Das havarierte Kreuzfahrtschiff konnte aus seiner Schräglage gehoben werden. Das Manöver dauerte 19 Stunden und verlief ohne Zwischenfälle.