Erstmals Mursi-Anhänger in Ägypten hingerichtet

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi wurden in Ägypten Hunderte seiner Anhänger zum Tode verurteilt – doch bislang wurde nur ein einziger Fall in allen Instanzen bestätigt. Der Verurteilte ist nun in Alexandria gehängt worden.

Erstmals seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi ist einer seiner Anhänger in Ägypten hingerichtet worden. Der Verurteilte sei in einem Gefängnis in Alexandria gehängt worden, teilte die Gefängnisverwaltung mit. Der Mann hatte bei Unruhen im Sommer 2013 zwei Jugendliche von einem Hochhaus geworfen, eines der Opfer starb.

Der Fall des nun hingerichteten Mannes war der erste, der in allen Instanzen bestätigt wurde. Indes sind noch Hunderte weiterer Anhänger von Mursi zum Tode verurteilt.

Muslimbrüder gelten als Terroristen

Im ägyptischen Recht muss die Todesstrafe vom Grossmufti der geachteten Azhar-Universität kommentiert werden, bevor sie ein Richter erneut bestätigen kann. Gegen die Strafe kann zudem Berufung eingelegt werden. Dutzende Urteile wurden so in den vergangenen Monaten zurückgenommen.

Mursi war im Juli 2013 durch den damaligen Armeechef und heutigen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi gestürzt worden. Seitdem macht die Justiz Jagd auf die als Terroristen eingestuften Muslimbrüder und Anhänger Mursis.