Erzbistum in USA will Millionen an Missbrauchs-Opfer zahlen

Das Erzbistum Los Angeles will vier Opfern eines pädophilen Priesters fast zehn Millionen Dollar zahlen. Der Priester soll während Jahrzehnten Jungen missbraucht haben. Der damals verantwortliche Erzbischof des Bistums zählt zu den 115 Kardinälen, die derzeit den neuen Papst wählen.

Plastikkreuze stehen in einem Laden in Meriden, USA. (keystone)

Bildlegende: Der besagte Priester hat 1986 erstmals Missbrauch gestanden, verurteilt wurde er 2000. Dazwischen arbeitete er weiter. Keystone

9,9 Millionen Dollar will das Erzbistum Los Angeles an vier Missbrauchs-Opfer zahlen. Die Männer – heute zwischen 24 und 54 Jahre alt – seien Opfer eines Priesters gewesen, der während fast 30 Jahren bis zu 23  Buben missbraucht haben soll. Dies berichtet die «Los Angeles Times». Sie beruft sich dabei auf den Anwalt der Opfer.

Priester sitzt hinter Gitter

Der besagte Priester soll schon 1986 dem inzwischen emeritierten Erzbischof von Los Angeles, Roger Mahony, Missbrauch an Jungen gestanden haben. Der Priester durfte zeitweise nicht arbeiten – wurde aber später wieder zum Dienst in verschiedenen Gemeinden zugelassen.

Im Jahr 2000 wurde er vom Priesteramt ausgeschlossen. Er wurde in einigen Fällen schuldig gesprochen und zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Verantwortlicher Erzbischof wählt in Rom den Papst

Der emeritierte Erzbischof Mahony – der wiederholt eigene Fehler bei der Verfolgung von Missbrauchsdelikten eingeräumt hatte – weilt derzeit in Rom und wählt den neuen Papst.

Mit der aussergerichtlichen Millionen-Zahlung soll die Klage der vier Männer beigelegt werden. Im April hätten zwei Verfahren vor Gericht behandelt werden sollen.