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International «Es gibt keine Garantie»

Zwar ist in Minsk eine Einigung auf eine Waffenruhe in der Ostukraine erzielt worden. Doch viel weiter als letzten September sei man nicht gekommen, sagt SRF-Korrespondent Peter Gysling. Entsprechend skeptisch ist er, ob die Vereinbarung wirklich Frieden bringen wird.

Legende: Video «Es könnte nochmals zu einer Eskalation kommen.» abspielen. Laufzeit 02:21 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 12.02.2015.

«Man hat eigentlich bloss beschlossen, das Minsker Protokoll vom September umzusetzen», sagt SRF-Moskau-Korrespondent Peter Gysling zum Verhandlungsergebnis in Minsk. Auch damals hätten die Separatisten und die Ukrainer das Abkommen unterzeichnet – trotzdem ging der Krieg in der Ostukraine aber weiter.

Immerhin sei in Minsk nun zusätzlich beschlossen worden, an bestimmten zukünftigen Terminen weiterzuverhandeln. «Hier ist man einen Schritt weitergekommen, auch wenn allzuviel Optimismus nicht angebracht ist», so Gysling.

Auf beiden Seiten Unzufriedene

Entsprechend müsse man das jetzige Ergebnis mit Vorsicht geniessen. «Es gibt keine Garantie, dass nun dauerhafte Ruhe einkehren wird», zeigt sich der Korrespondent skeptisch. So gebe es auch in Kiew Kreise, die nicht zufrieden seien mit dem heutigen Verhandlungsergebnis. Dasselbe gelte für die prorussischen Separatisten.

Auch gehe es noch fast drei Tage, bis die Waffenruhe beginne. Gysling geht davon aus, dass es bis dahin noch zu zu Kämpfen und «Gebietsbereinigungen» kommen werde. «Vor allem rund um Mariupol und um den Kessel von Debalzewe» werde noch «heftigst» gekämpft werden, befürchtet er.

Es bleibt viel zu tun

Doch auch falls die Waffenruhe tatsächlich halte und die schweren Waffen abgezogen werden: Bald werde auch eine Einigung über die Kontrollen an der Grenze zu Russland in den ukrainischen Rebellengebieten gefunden werden müssen.

Symbolbild: Kreuze und Grabhügel soweit das Auge reicht.
Legende: Die Waffenruhe soll weitere Tote verhindern: Massengrab bei Donezk. Keystone

Zudem werde man sich über wichtige Statusfragen einigen müssen: So sei Putin der Meinung, dass die Separatistengebiete innerhalb der Ukraine möglichst autonom verwaltet werden müssten. Für Kiew komme dagegen höchstens eine beschränkte Autonomie in Frage.

Die Lage in der Ukraine

Gibt es eine diplomatische Lösung im Ukraine-Krieg? Wo verlaufen die Fronten zwischen ukrainischer Armee und Separatisten? Sind wirklich russische Soldaten in der Ostukraine im Einsatz? SRF beantwortet die wichtigsten Fragen zum Krieg in der Ukraine.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Hier muss ich Herr Gyslin recht geben, Putin wir nicht einen Zentimeter von seinem Plan abrücken. Da Europa nicht mit einer Stimme spricht wird es Putin leicht fallen Sand in die Augen der EU Parlamentarier zu streuen. Eine Katastrophe für die Bevölkerung der Ukraine. Was Macht und Gier alles Zerstören können ist unglaublich. Der Mensch hat seit ihrem Bestehen nichts aber auch gar nichts gelernt in dieser Hinsicht.
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  • Kommentar von Jean-Claude Weber, Zinal
    @Häberli Ich bin nicht so sicher, dass das Ganze nicht wieder in O. kommt. Das wird sicherlich nicht nächste W. eingeleitet. Wir müssen uns auf eine jahrel. Geduld einstellen. Ich werde das aus Altersgründen voraussichtl. nicht mehr erleben. Die RF ist kein so homog. Gebilde wie CH, F oder D. Ich vergleiche das mit Jugoslawien unter Tito. Das Gebilde fiel auch auseinander nach dessen Tod. Das könnte in der RF auch geschehen nach dem Abtritt von Putin. Zersetzungserscheinung. sind schon sichtbar.
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  • Kommentar von Weber Jean-Claude, Zinal
    @Belg Das Gleiche wie es die USA bereits ein paar Mal ausgeübt hat: Weltpolizei. Es gab in dieser Aktion auch einige Ausreisser, die das Ansehen der USA schädigten. Die Verantwortlichen der RF sind der Aggressor und haben erstmals 2008 den seit 1945 herrschenden Frieden in Europa unterbrochen. Dass die UdSSR auseinandergefallen ist, war nicht die Schuld Westeuropas, sondern die grassierende Misswirtschaft dank der Planwirtschaft.
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