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International «Es ist entscheidend, dass diese Hetze aufhört»

Der US-Aussenminister John Kerry hat Israeli und Palästinenser zu einem Ende der Gewalt im Nahen Osten aufgerufen. Er traf den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Berlin. Auch ein Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas steht auf dem Programm.

Legende: Video Nahost als grösste Herausforderung abspielen. Laufzeit 2:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.10.2015.

Seit drei Wochen sind in einer neuen Welle der Gewalt zwischen Israeli und Palästinensern rund 60 Menschen ums Leben gekommen. Jetzt unternimmt US-Aussenminister John Kerry einen weiteren Vermittlungsversuch. In Berlin traf er den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der auf Deutschlandbesuch weilt. Das Gespräch habe ihm «vorsichtigen Optimismus» gegeben, sagte Kerry nach dem Treffen.

Er sei «verhalten ermutigt», dass in den nächsten Tagen möglicherweise einige Dinge auf den Tisch gelegt werden könnten, die hoffentlich positive Auswirkungen für eine Entschärfung der Situation hätten. Darüber wolle er unter anderem mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas beraten, sagte Kerry.

«Terroristische Akte beider Seiten»

Kerry hatte Israelis und Palästinenser zuvor zu einem Ende der Gewalt im Nahen Osten aufgerufen. «Es ist entscheidend, dass all diese Hetze und all diese Gewalt aufhört», sagte er. Es müssten Schritte unternommen werden, um die gegenseitigen Beschuldigungen zu überwinden. Der US-Aussenminister zeigte sich zuversichtlich, dass beide Seiten zur Deeskalation bereit sind.

Das ohnehin gespannte Verhältnis zwischen Israel und den USA wurde durch die jüngste Gewaltwelle weiter belastet. Washington hatte israelischen Sicherheitskräften «übertriebene Gewalt» vorgeworfen und beide Seiten «terroristischer Akte» beschuldigt. Diese Formulierung hatte das US-Aussenministerium nach scharfer Kritik aus Israel dann aber abgeschwächt und das Recht Israels bekräftigt, sich zu verteidigen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Erwin Jenni (ej)
    Es ist schon fast pervers wie die Welt und insbesondere das verlogene Europa auf die Gewalt im Nahen Osten reagiert! Importiert man momentan doch genau diese menschenverachtende Gesinnung,welche Mörder als Helden glorifizert,den Holocaust leugnet und Gewalt als legitimes Mittel zum Zweck ausübt, nach Europa! Wenn bei uns so etwas geschieht, wie die Messerattacke auf einen Deutschen, ist derjenige Polizist der den Angreifer erschossen hat, ein Held. In Israel scheint man alles umgekehrt zu sehen!
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  • Kommentar von Astrid Rafeek Hollenstein (sol)
    Die Einwohner in Israel und die Einwohner des grössten Open-Air Gefängnisses der Welt, die Palästinenser, verdienen es, dass nun endlich Frieden ein wahres Thema wird. Papst Franziskus hat Mut bewiesen mit seinem diesbezüglichen Plädoyer. Wer den sonst als die USA könnten die verfahrene Situtation balancieren? Israel ist angewiesen auf Waffen und Geld aus der USA; Palästina wartet auf einen eigenen Hafen. Oder sollen möglichst viele Palästinenser nach Europa fliehen, zugunsten Platz der Siedler?
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  • Kommentar von Simon Solenthaler (Divico)
    "Washington hatte israelischen Sicherheitskräften «übertriebene Gewalt» vorgeworfen " ein schlechter Witz. Herr Kerry, wischen zuerst vor der eigenen Haustür.
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