Zum Inhalt springen

Eskalation im Irak? Ministerpräsident will keinen arabisch-kurdischen Konflikt

Legende: Video Irakische Armee startet Offensive gegen Kirkuk abspielen. Laufzeit 1:18 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 13.10.2017.
  • Das Generalkommando der kurdischen Peschmerga-Kämpfer warf Iraks Regierungskräften vor, einen «Krieg gegen Kurdistan» vorzubereiten.
  • Iraks Militärführung wies diese Meldungen zurück. Die Einheiten bei Kirkuk kämpfen dort weiterhin gegen die IS-Terrormiliz.
  • Auch der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi bekräftige, die Regierungskräfte könnten und würden keine irakischen Bürger angreifen. Er wolle keinen arabisch-kurdischen Konflikt.
  • In der ölreichen Provinz Kirkuk ist der Konflikt zwischen Kurden und Zentralregierung besonders scharf, weil diese von beiden Seiten beansprucht wird.

Im Streit um das Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak wächst die Sorge vor einem bewaffneten Konflikt. Die kurdische Seite warf Iraks Regierungskräften vor, einen «Krieg gegen Kurdistan» vorzubereiten. Dies weil die Armee und schiitische Milizen südlich der Stadt Kirkuk ohne Kämpfe in Gebiete vorgerückt sind, die seit mehr als drei Jahren von Kurden kontrolliert wurden.

Die Spitze der irakischen Armee dementierte diese Meldung. Die Einheiten bei Kirkuk seien weiterhin dabei, von der IS-Terrormiliz befreites Gebiet zu säubern und zu durchkämmen, hiess es in einer Erklärung.

Kampf um das Öl

Die ölreiche Provinz Kirkuk ist zwischen den Kurden und der irakischen Zentralregierung umstritten, beide erheben Anspruch auf sie. Die Peschmerga hatten im Sommer 2014 die Kontrolle über die Provinz übernommen, nachdem die Armee vor dem Ansturm der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflohen war. Die Kurden exportieren von Kirkuk aus Öl über eine Pipeline in die Türkei.

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    1) Es war abzusehen, dass mit dem Ende des Daesh (IS) die Allianzen zwischen den Kurden und den Regierungsarmeen brechen würden. Die Kurden waren die "nützlichen Idioten", welche man mit mehr Autonomie auf den von ihnen befreiten Gebieten gelockt hat. Da sie sich als härteste Widersacher des lange von KSA und den Golfstaaten unterstützten Daesh erwiesen, waren sie als Bollwerk gegen den Daesh entscheidend.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Umgekehrt wurden die "gemässigte Opposition" in Syrien, welche eigentlich nur auf dem Papier existierten, lange als "Freiheitskämpfer" bezeichnet, bis herauskam, dass die meisten sich den Islamisten angeschlossen hatten und Menschen die Köpfe abschnitten. Syrien und die Türkei können sich jetzt darauf vorbereiten, dass die Wut der Kurden bald explodiert. Es ist daher auch damit zu rechnen, dass ethnische und politische Konflikte zwischen Türken und Kurden in Europa massiv zunehmen werden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Einmal mehr ist die Hochruestung einer Terrororganisation oder eines Schurkenstaates durch die USA in Hosen und Hoeschen gegangen. Frueher oder spaeter brechen fast alle aus den ihnen zugewiesenen und von ihnen "befreiten" Gebieten aus, und usurpieren Land, Wasser und Oel anderer Voelker,,,,
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von u. Felber (Keule)
    Nun geht es also vom Befreiungskrieg in direkt in den Bürgerkrieg. Ich frage mich allerdings, ob die Irakische Armee wirklich in der Lage ist, gegen die Kurden vorzugehen. Sie hatten ja schon gegen den IS jämmerlich versagt... Ich denke eher, dass hier die Türken und der Iran massiv mitmischen werden. Irgendwann eskaliert dann aber die ganze Region. Sollte dies passieren, wird sich jeder wünschen, keine Ölheizung zu haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Dass man die Kurden derart hintergeht... unglaublich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
      ...haben Sie etwas anderes erwartet... ?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Genau! Meine Worte Fr. Siefert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen