EU: 1,55 Millionen illegale Grenzübertritte

Seit Anfang Jahr haben mehr als anderthalb Millionen Menschen die Aussengrenzen Europas unerlaubt überquert. Fast die Hälfte ist via Balkanroute in die EU gelangt – wobei sich der Grossteil der Einreisenden vor allem aus Syrern, Afghanen und Irakern zusammensetzte.

Rund 1,55 Millionen Menschen haben während elf Monaten bis einschliesslich November illegal die EU-Aussengrenzen überquert – ein neuer Rekord. Das teilte die EU-Grenzschutzagentur Frontex in Warschau mit. Im November seien 269'000 illegale Grenzübertritte gezählt worden, ein leichter Rückgang gegenüber November 2014, als es 283'000 waren, erläuterte die Behörde.

Die meisten sind Syrer, Afghanen und Iraker

Wegen der sich verschlechternden Wetterbedingungen ging die Zahl der in Griechenland ankommenden Migranten und Flüchtlinge zuletzt zurück. Im November wurden dort 108'000 Ankömmlinge gezählt. Das sind weniger als halb so viele wie noch im Vormonat.

Möglicherweise hätten auch striktere Grenzkontrollen auf der sogenannten Westbalkanroute von der gefährlichen Reise abgehalten, hiess es. Syrer machten die grösste Gruppe aus, gefolgt von Afghanen und Irakern.

Versuchen, die griechische Grenze zu überqueren: zwei Flüchtlinge.

Bildlegende: Versuchen, die griechische Grenze zu überqueren: zwei Flüchtlinge. Keystone

Doppelte Zählung kommt häufig vor

Auf der Westbalkanroute wurden im November 164'000 unerlaubte Grenzübertritte gezählt. In den ersten elf Monaten des Jahres waren es 667'000. Das waren 22 Mal so viele wie im Vorjahreszeitraum

Frontex weist darauf hin, dass viele Menschen mehrfach bei illegalen Grenzübertritten gezählt werden. «Eine grosse Zahl der Menschen, die in Griechenland gezählt werden, reisen über Ungarn oder Kroatien ein zweites Mal in die EU ein», teilte Frontex mit.

Legale Einreise unmöglich

Der Begriff der illegalen Einreise steht unter einem wesentlichen realpolitischen Vorbehalt. Fakt ist, dass Asylsuchende gar nicht legal in die EU einreisen können. Um Asyl kann nämlich nur auf dem Boden eines EU-Staates ersucht werden. Und die Beantragung eines Visums hierfür übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der meisten Flüchtlinge.