EU-Haushalt: Grossbritannien zahlt – aber weniger

Ende Oktober platzte dem britischen Premier David Cameron der Kragen. Grund: Die EU hatte Grossbritannien eine gesalzene Rechnung von 2,1 Milliarden Euro präsentiert. Nun gibt es eine Lösung im Streit um die Nachzahlung. Die Bankkarte wird Cameron trotzdem zücken müssen.

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Premier Cameron poltert gegen EU-Nachzahlung

0:55 min, aus Tagesschau vom 27.10.2014

Im Streit um eine Nachzahlungsforderung der EU liegt nun ein Kompromiss auf dem Tisch. Die britische Regierung wird nur die Hälfte des ursprünglich geforderten Betrags zahlen – und das in zwei Raten.

«Die Rechnung wird statt 1,7 Milliarden Pfund bei rund 850 Millionen Pfund liegen.» Dies sagte der britische Finanzminister George Osborne nach Beratungen mit seinen EU-Amtskollegen. Das Geld solle in der zweiten Jahreshälfte 2015 in zwei Raten überwiesen werden.

David Cameron, auf Sessel sitzend und mit den Händen gestikulierend.

Bildlegende: Die hohe Nachforderungszahlung der EU brachte David Cameron in Rage. Jetzt liegt eine Lösung auf dem Tisch. Reuters

Camerons Drohung

Ein Wutausbruch Ende Oktober hat sich für den britischen Premier David Cameron offenbar gelohnt. Er hatte die Zahlungsaufforderung aus Brüssel beim EU-Gipfel heftig kritisiert. Und er drohte damit, die Summe von umgerechnet 2,1 Milliarden Euro nicht wie gefordert bis zum 1. Dezember zu begleichen.

Gut 70 Prozent des EU-Haushalts werden von den 28 Mitgliedstaaten wie eine Art Mitgliedsbeitrag aus den nationalen Budgets nach Brüssel überwiesen. Die Höhe richtet sich nach dem Bruttoeinkommen jedes Landes.

Die Nachzahlung für Grossbritannien fällt an, weil die Wirtschaft auf der Insel zuletzt besser lief als erwartet. Besonders hoch ist der Betrag, weil in der EU zudem die Berechnungsmethode für die Wirtschaftsleistung geändert wurde.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • David Cameron.

    Cameron darf EU-Gelder abstottern

    Aus Echo der Zeit vom 7.11.2014

    Grossbritannien muss 2,1 Milliarden Euro an EU-Beiträgen nachzahlen. Die Rechnung wäre am 1. Dezember fällig. Premier Cameron trotzt. Nun erhält Grossbritannien einen Zahlungsaufschub und es muss keine Strafzinsen bezahlen.

    Martin Alioth