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International EU kommt auch 2013 nicht aus der Rezession

Die Euro-Zone arbeitet sich unter der Last der Schuldenkrise nur langsam aus der Rezession heraus. Nach dem Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank kappt nun auch die EU-Behörde ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr.

Legende: Video EU weiter in der Rezession abspielen. Laufzeit 3:06 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 22.02.2013.

Das Bruttoinlandsprodukt werde 2013 um 0,3 Prozent schrumpfen – nach dem geschätzten Minus von 0,6 Prozent im Vorjahr. Das teilt die Kommission in Brüssel mit.

Inzwischen gebe es aber erste Hinweise auf eine Erholung zum Jahresende. «Die entschlossenen politischen Schritte der jüngsten Zeit ebnen den Weg für eine Rückkehr zur Erholung», sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Die düsteren Aussichten für die Realwirtschaft stehen im Kontrast zur positiven Stimmung an den Finanzmärkten. Dort ist das Vertrauen in die Wirtschaftskraft der Euro-Zone durch die entschiedenen Reformen und Einsparungen zurückgekehrt, glaubt die EU-Kommission.

Langfristige Ziele erreichen

Die Euro-Staaten müssten nun auf Reformkurs bleiben, sonst werde der Aufschwung bei Wachstum und Beschäftigung noch länger auf sich warten lassen, warnte Rehn.

Für die einzelnen Länder heisst dies, dass sie langfristige Sparmassnahmen umsetzen müssen. Kurzfristig könne die EU die Länder gewisse Sparziele verfehlen lassen, sagt SRF-Korrespondent Jonas Projer.

Frankreich beispielsweise werde die Sparziele auch im nächsten Jahr verfehlen. «Eigentlich müsste die EU jetzt mit dem Sparhammer kommen», so Projer. Doch das werde sie nicht. Vielmehr werde sie die Spielregeln aufweichen und Frankreich dazu bringen, das Defizit langfristig in den Griff zu bekommen.

Wieder Wachstum im nächsten Jahr

Wachstumsbremsen im Euro-Raum sind vor allem die beiden südlichen Schwergewichte Italien und Spanien. Dort soll die Wirtschaft um ein Prozent und mehr schrumpfen. Frankreich bleibt nahe beim Nullwachstum. Die grösste Wirtschaft in Deutschland soll nur ein mageres Plus von 0,5 Prozent schaffen.

Von den Sorgenländern unter dem Rettungsschirm wird Irland der Prognose zufolge mit einem Prozent Wachstum glänzend dastehen, während Portugal und Griechenland einen weiteren Einbruch vor sich haben.

Auf längere Sicht seien die Risiken für die Wirtschaft im Währungsgebiet grösser als die Chancen, erklärte die Kommission weiter. So bestehe die Gefahr, dass die hohe Arbeitslosigkeit die Inlandsnachfrage dämpfe und zugleich den Spar- und Reformeifer erlahmen lasse.

Auch die hohe Verschuldung der USA und Japans sei eine Belastung. Für das kommende Jahr prognostizieren die EU-Volkswirte aber eine Rückkehr zum Wachstum mit einem Plus von 1,4 Prozent.

Prognose Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes in den EU-Ländern und der Schweiz (Quelle: Eurostat)

LandPrognose für 2013Prognose für 2014
EU (27 Länder)0.11.6
Euroraum-0.31.4
Belgien0.21.5
Bulgarien1.42.0
Dänemark1.11.7
Deutschland0.52.0
Estland3.04.0
Finnland0.31.2
Frankreich0.11.2
Griechenland-4.40.6
Grossbritannien0.91.9
Irland1.12.2
Italien-1.00.8
Lettland3.84.1
Litauen3.13.6
Luxemburg0.51.6
Malta1.52.0
Niederlande-0.61.1
Österreich0.71.9
Polen1.22.2
Portugal-1.90.8
Rumänien1.62.5
Schweden1.32.7
Slowakei1.12.9
Slowenien-2.00.7
Spanien-1.40.8
Tschechische Republik0.01.9
Ungarn-0.11.3
Zypern-3.5-1.3


Schweiz

1.41.9

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10 Kommentare

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  • Kommentar von A. Tanner, Luzern
    Tja, der Slogan bestätigt sich seit langem: Nur wer nicht alle Tassen im Schrank hat, will noch in diesen EU-Verein.
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    1. Antwort von David Darius, Mierendorf
      Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit eines Landes hat doch so gut wie gar nichts mit der EU zu tun. Wer anderes behauptet hat nun wirklich nicht alle Tassen im Schrank. Die EU ist doch nicht schuld, wenn gewisse Mitgliedsländer sich nicht der Globalisierung gestellt und diese verschlafen haben. Würde an Ihrer Stelle nicht so leichtsinnig daherreden, die Schweiz lebt nämlich weitgehend (z.B.Schwarzgeld, exzessive Steuergestaltung als hofrechte Geschäftsmodelle ) auf Kosten anderer Staaten.
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    2. Antwort von A. Tanner, Luzern
      @David Darius, Mierendorf: Wegen den Deutschen wurde die EU gegründet. Siehe Churchill Rede 1946: http://europaunion.org/Churchill.html. Wegen den Deutschen wurde primär 1934 das CH-Bankgeheimnis eingeführt. Was die Deutschen nicht (nie) begreifen werden, das Zitat von Charles Darwin: "Es ist nicht die stärkste Spezie die überlebt, es ist es ist diejenige, die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann." Die Staaten der Erde ist der globale Markt. EU=PROTEKTIONISTISCHER Binnenmarktt.
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    3. Antwort von David Darius, Mierendorf
      @Tanner: Sie missdeuten die Rede Churchills. Das Bankgeheimnis hat andere Ursachen als Deutschland. In der Schweiz gibt es offensichtlich keinen Geschichtsunterricht. Mir ist es leid hier ständig Nachhilfe zu geben. Recherchieren Sie doch selbst bevor Sie Nonsens zum Besten geben. Und welcher Staat in der EU im Sinne Darwins sehr gut dasteht, das braucht man wohl nicht besonders rauszustellen. Hat nichts mit Stärke zu tun. Deutschland hat sich angepasst. Die EU gibt nur den Rahmen vor
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    4. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @David Darius: Sie haben nur teilweise recht, wenn Sie sagen die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes hat nichts mit der EU zu tun. Auf Grund der Aufnahme vom Club Med sowie einigen osteurop. Staaten haben die EU-Staaten in Zentral- u. Nordeuropa dank deren Strukturproblemen teilw. sehr direkt davon profitiert. Churchill war sich sehr bewusst, das ein friedl. Europa ohne vergiftendes Konkurrenzdenken zwischen FR u. DE nur möglich ist, wenn DE in die Europ.-Gemeinschaft eingebunden wird.
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  • Kommentar von Fiona Brugger, Basel
    Hört doch endlich auf mit dieser Angstmacherei! Ein Minus von 0.3% ist noch längst kein Rezession. Und ein ungebremstes Wachstum ist für die Wirtschaft ohnehin tödlich.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Fiona Brugger: Ja Sie haben recht, wenn Sie nur die vom SRF die von der EUROSTAT uebernommene Tabelle betrachten. Das SRF jedoch suggeriert schon damit, dass es nicht so schlimm sei und wischt die ebenfalls von EUROSTAT publizierte Statistik über die weiter steigende Staatsverschuldung elegant unter den Tisch. Schauen Sie diesbez. das Thema bei der Deutschen Tagesschau nach u. Sie wissen ein wenig mehr.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Welch shöne Dampfplaudereien aus Brüssel! Die pos. Stimmung der Finanzmärkte beruhrt auf der Tatsache dass man mit EURO-Anleihen gut Geld verdienen kann, da es nun klar ist dass die EU kein Mitglied vor die Hunde gehen lassen kann. Das hat aber mit Vertrauen in die Wirtschaftskraft höchstens indirekt zu tun. Oli Rehn träumt wie weiland Hans im Glück v. den Gebr. Grimm.
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