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International EU-Parlament: Mentholzigaretten werden verboten

Ausgequalmt: Das EU-Parlament schafft Mentholzigaretten bis ins Jahr 2022 ab. Die E-Zigarette hingegen soll weiterhin frei im Handel erhältlich sein.

Die Mentholzigarette wird in Europa bis ins Jahr 2022 vom Markt verschwinden. Andere Zusatzstoffe wie Schokolade oder Vanille sollen in etwa drei Jahren verboten werden.

Die E-Zigarette hingegen bleibt weiterhin zugelassen. Einer Einstufung als Arzneimittel wurde damit eine Absage erteilt. Neu müssen jedoch die Erzeuger die Zusammensetzung der nikotinhaltigen Flüssigkeit, die diese Zigaretten verdampfen, offenlegen. Wie für herkömmliche Tabakprodukte sollen Werbung für elektronische Zigaretten und ihr Verkauf an Minderjährige verboten werden. Das entschied das EU-Parlament in Strassburg.

Viele Zigarettenstummel
Legende: Durch Rauchen sterben in der EU schätzungsweise 700'000 Menschen pro Jahr. Keystone

Auch die Slimzigarette wird nicht abgeschafft. Verboten werden sollen aber Verpackungen, mit denen die Industrie vor allem junge Mädchen locken will, etwa in Form einer Lippenstifthülle.

Schockbilder auf Zigarettenpackungen

Zudem hat sich die EU für strengere Bestimmungen auf Zigarettenpackungen ausgesprochen. Schockbilder geteerter Lungenflügel und riesige Warnhinweise auf den Schachteln müssen inskünftig in allen EU-Ländern auf den Zigarettenpackungen prangern.

Neu müssen Verpackungen von Tabakprodukten zu 65 Prozent mit solchen Bildern und Warnungen bedeckt werden. Aktuell bedecken Warnhinweise 30 Prozent der Vorderseite und 40 Prozent der Rückseite von Zigarettenpackungen.

700'000 Raucher-Tote pro Jahr

Nun beginnen Verhandlungen mit den Regierungen, um sich über Einzelheiten zu einigen. Angesichts der grossen Mehrheit im Parlament stehen die Chancen gut, dass der Gesetzestext noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet wird.

Die neuen Bestimmungen treten aber frühestens in zwei Jahren in Kraft. Mit der neuen Regelung sollen vor allem Jugendliche davon abgehalten werden, überhaupt mit dem Rauchen anzufangen. Durch Tabakkonsum sterben in der EU schätzungsweise 700 000 Menschen pro Jahr.

EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg sagte, das bedeute, dass «die Bevölkerung einer Stadt wie Krakau in Polen oder Palermo in Italien jedes Jahr ausradiert wird». Laut Umfragen seien 75 Prozent der Bevölkerung für grosse Warnhinweise auf Zigarettenpackungen.

15 Kommentare

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  • Kommentar von L. Duende, Mundo
    Ich oute mich als Raucher und weiss, dass das Rauchen die Gesundheit schädigt. Meine Lebenserwartung ist kürzer. Ich weiss es. Warum wird vor dem Genussmittel Alkohol, der gefährlichsten Droge, nicht so gewarnt? Übermässiger Alkoholkonsum verkürzt das Leben ebenfalls. Im Gegensatz zum Tabak zerstört es Familien und verkürzt oftmals das Leben unschuldiger Menschen. Warum wird beim Alkohol nicht auf 30 - 65% der Verpackung auf die Gefahren hingewiesen? Es wird überhaupt nicht gewarnt. Erstaunlich!
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    1. Antwort von T. Korn, Zürich
      Ganz einfach: Weil Rauchen auch den Menschen in Ihrer Umgebung schadet. Ein Alkoholiker flösst nicht den Personen neben ihm Alkohol ein. Raucher verhalten sich oft rücksichtslos Anderen gegenüber und achten kaum auf die Menschen neben ihnen. Es ist fast unmöglich z.B. am Perron den Rauchern zu entgehen.
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    "Durch Tabakkonsum sterben in der EU schätzungsweise 700 000 Menschen pro Jahr."... Das bedeutet bei 506'820'000 Menschen die in der EU Leben, dass 0.138% Jährlich durch Rauchen von Metholzigaretten Sterben??? Und in 10 Jahren es schon 13.8% sind und in 72.4 Jahren dann alle??? Was ist bitte mit den normalen Zigaretten und mit Alkohol, Drogen, etc.? Oh man, dass EU-Parlament ist ja ein witz schlicht hin...
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Das EU-Parlament in Strassburg sollte die Zigaretten verbieten. Neben dem radioaktiven Isotop Polonium 210 in einer Aktivitaet von 210 bis 1360 Picocurie pro Kg Tabak enthaelt, erzeugt die Verbrennung u.a.: Bluttoxische Substanzen (Kohlenstoffmonoxid (CO), Blausaeuregas), Neurotoxische Substanzen (Nikotin, Nornicotin, Alkaloid), Karzinogene Substanzen (Cadmium, hochgradig krebserzeugenden Benzpyren, radioaktiven Schwermetalls Polonium) sowie Reizende Substanzen (Ammoniak, Stickstoffoxide).
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