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International EU plant Umweltsteuer auf Plastiktaschen

Plastik ist ein grosses Problem für Fische und andere Lebewesen im Wasser. Und Plastik ist auch für die Menschen problematisch, denn kleinste Kunststoffpartikel gelangen so wieder in die Nahrungskette. Die EU versucht dagegen vorzugehen – bisher erfolglos.

Am Mittwoch hat in Berlin eine hochrangig besetzte internationale Konferenz zur Vermeidung von Plastikabfall in den Weltmeeren begonnen. Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft beraten bis am Freitag über mögliche Wege, die enormen Mengen an Müll in den Meeren der Welt zu beseitigen.

Laut dem deutschen Umweltbundesamt sind es bis zu 140 Millionen Tonnen Abfall, die in den Meeren liegen, schwimmen oder an die Strände treiben. Auf der zweitägigen Konferenz werden Fachleute die Probleme in den europäischen Meeren beschreiben. Dabei werden sie auch bereits bestehende Projekte zur Müllvermeidung und -beseitigung vorstellen.

Sensibilisierung der Bevölkerung

Nikolaus Gelpke ist Chefredaktor der Meereszeitschrift Mare und befasst sich seit über 20 Jahren mit dem Meer und dessen Verschmutzung. Er sieht in den Bemühungen der EU noch nicht das Gelbe vom Ei, wie er gegenüber Radio SRF sagt. Es sei zwar immer gut, wenn die Politik ein Problem wahrnehme. «Aber wenn die EU eine Problematik der Meere erfasst, dann dauert der politische Weg zu irgendwelchen Konsequenzen ewig.»

Auch strengere Gesetze seien grundsätzlich gut, doch deren Umsetzung müsse funktionieren, so Gelpke weiter. «Bei Plastikmüll sind Regeln natürlich wünschenswert, aber die Bevölkerung muss sie umsetzen.» Das Umweltbewusstsein sei viel entscheidender. «Da bin ich skeptisch, ob man nur mit Gesetzen genug erreichen kann, damit die Meere weniger Plastik enthalten.»

Nicht nur Tüten besteuern

Die neue Idee der EU einer Umweltsteuer auf Plastiktaschen sei ein Ansatz, könne aber das Problem nicht gänzlich lösen. «Das ist sicherlich nicht verkehrt», konstatiert Gelpke. «Aber man müsste es wirklich schaffen, dass auf alle Formen von Plastik eine EU-Steuer fällig würde. Denn Plastik ist ja nicht gleich Plastik.» Sämtliche Arten und Sorten von Plastikerzeugnissen müssten besteuert werden. «Dazu gehören auch Schnuller, Windeln, regenseichere Teflonjacken und mehr.»

Es sei typisch für die Politik, dass sie von den Tüten spreche, kritisiert der Mare-Chefredaktor weiter. Das könne man gut verkaufen. «Doch in Wirklichkeit ist der Plastikmüll viel komplexer.» Die Bevölkerung müsse lernen, dass wenn man Plastik erwirbt und verbraucht, ein Grossteil davon später in den Meeren landet.

4 Kommentare

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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Ja klar, einfach eine Steuer drauf drucken, und der Endkunde soll zahlen. Das loest aber das Problem ueberhaupt nicht! Es sollten zum Einkaufen eh Stofftragtaschen welche mehrfach benutzbar, wachbar und vorallem mehr aushalten als die Plastik Taschen verwendet werden. Die Produkte in Plastik sind schon lange ein Problem, aber die Loesung kann keine Steuer sein, es wird nur alles Teuerer, gekauft wird es trotzdem. Typisch EU, Versagen am Laufmeter. Gut ist die Schweiz nicht in der EU.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Ausgerechnet wir, die Weltmeister im entsorgen und trennen, sollen nun auch noch für den Müll der gar nicht von uns kommt geradestehen (resp. zahlen)? Ja so sind sie, unsere nimmersatten Politiker. Schikanen, Abzocken, dass ist im Trend. Aber vor der eigenen Türe wischen oder den wahren Verschmutzern (Wirtschaft) mal auf die Finger zu klopfen? Wozu, dass Geld der dummen Bürger ist doch da! Alle Strafmassnahmen bisher gegen uns brachten rein gar nichts. Sind wir ja nicht die Hauptverursacher!
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  • Kommentar von J. Nehru, Solothurn
    Typisch für die Politik. Die Tüten polarisieren, den verbraucher Zahlen zu lassen ist einfach umzusetzen, und könnte auch was einringen. Es ist erschrecken wie kurz denkend politiker nach lösungen suchen, und wie oberflächlich themen angegangen werden, um den stehts andauernde Wahlkamp nicht vergehen zu lassen. Man stelle sich nur vor wie kompliziert es ist, plastikfreie Alternativangebote vorzuschreiben, und das Meer nachhaltig zu reinigen.
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