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International EU sperrt Konten russischer Geheimdienstchefs

Die EU hat die jüngste Sanktionsliste im Ukraine-Konflikt veröffentlicht. Damit treten die Strafmassnahmen gegen 15 weitere Russen und ukrainische Separatisten in Kraft. Erstmals werden zudem auch 18 Unternehmen geächtet. Russland warnte daraufhin vor Sicherheitslücken.

Legende: Video Weitere Sanktionen gegen Russland abspielen. Laufzeit 02:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.07.2014.

Die EU sperrt die Konten von 15 weiteren hochrangigen Russen sowie Ukrainern und verbietet ihnen die Einreise. Davon betroffen sind auch die Chefs des Inlands- sowie des Auslandsgeheimdienstes, Alexander Bortnikow und Michail Fradkow.

Erstmals auch Firmen betroffen

Auch andere Mitglieder des russischen Sicherheitsapparats sowie der tschetschenische Präsident Kadirow wurden auf die Liste gesetzt. Ihnen wird vorgeworfen, die «illegale Annexion» der ukrainischen Halbinsel Krim sowie den bewaffneten Aufstand gegen die Zentralregierung in Kiew zu befürworten.

Mit Kontensperren ächtet die EU zudem erstmals auch 18 russische Organisationen und Unternehmen. Die Strafmassnahmen betreffen unter anderem mehrere Firmen mit Sitz auf der Krim, unter ihnen eine Hotelkette in Jalta.

In der Nacht zum Samstag hat Brüssel, die Details zu den am Donnerstag verschärften Sanktionen gegen Russland veröffentlicht. Damit sind die Strafmassnahmen nun in Kraft. Insgesamt hat die EU nun 87 Menschen mit Sanktionen belegt, um Russland dazu zu bewegen, den ostukrainischen Separatisten die Unterstützung zu entziehen.

Weitere Strafmassnahmen geplant

In der kommenden Woche sollen nach Angaben von Diplomaten weitere Verantwortliche auf die Sanktionsliste der EU gesetzt werden. Dann könnten auch Oligarchen aus dem Umfeld von Putin ins Visier geraten.

Gleichzeitig bereitet Brüssel Wirtschaftssanktionen vor. Nach Angaben von Diplomaten haben die Botschafter der 28 Mitgliedstaaten die EU-Kommission beauftragt, Details dazu auszuarbeiten. Ein überarbeiteter Entwurf werde für Dienstag vorliegen.

Russland schiesst zurück

In einem Zeitungsinterview bat EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy die 28 EU-Staats- und Regierungschefs persönlich ihre EU-Botschafter anzuweisen, den geplanten Massnahmen zuzustimmen. Damit soll ein weiterer EU-Sondergipfel vermieden werden.

Russland hat bereits auf die Ausweitung der Sanktionen reagiert. Die Zusammenarbeit des Landes mit der EU werde in Sicherheitsfragen beeinträchtigt, hiess es aus Moskau. «Die erweiterte Sanktionsliste ist ein klarer Beweis dafür, dass die EU-Staaten einen Weg beschreiten, der auf eine Abkehr von der Kooperation mit Russland in Fragen der internationalen und regionalen Sicherheit hinausläuft.»

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Guggisberg, Busswil
    Angst vor Putin: Staatschefs schicken EU-Technokraten vor. Die EU-Präsidenten Van Rompuy und Barroso haben feierlich angekündigt, dass es gegen Russland Sanktionen geben werde. Die Regierungschefs haben die beiden Bürokraten vorgeschickt. Sie wissen, dass die Sanktionen für ihre eigenen Bürger teuer werden. Und kein Land will es sich wirklich mit Putin verscherzen !!!
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  • Kommentar von A. Guant, Sunnybeach
    Man vergleiche den Sachverhalt in der Ostukraine mit dem Sachverhalt in Palästina. Man vergleiche die Sanktionen gegen Russland mit den Sanktionen gegen Israel. Man vergleiche die getöteten Zivilisten in der Ostukraine mit den getöteten Zivilisten in Palästina. Das Resultat spricht Bänder.
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    So so, die Russen haben allen Regierungsmitgliedern und Staatsangestellten verboten im Ausland ein Konto zu führen, das wird aber den USA gar nicht behagen, dazu machen die BRICS Staaten ihr eigener IWF. Nun, das ist nicht die schlechteste Lösung . Aber wie sollen denn die USA nun ihre Schulden bewirtschaften wenn die Ausländer abspringen, und llangsam kann man verstehen dass die so um sich schlagen, sie sehen ihre Felle davonschwimmen.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Dieses BRICS- Abkommen unter "Dach & Fach" publik gemacht, Putin noch in Brasilien weilte dachte ich spontan: "Wie wird Amerika darauf reagieren? Was wird die Antwort darauf sein?" Weitere Sanktionen aber wurden schon länger angekündigt!
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