EU und Afrika wollen Flüchtlingsstrom eindämmen

Die EU und die afrikanischen Staaten wollen zusammen die illegale Migration bekämpfen. Dagegen soll die legale Einwanderung für Afrikaner gefördert werden.

Hand eines afrikanischen Migranten, Zaun festhaltend

Bildlegende: Immer wieder versuchen Afrikaner die spanische Enklave Melilla zu erreichen – und scheitern am hohen Zaun. Reuters

Die Europäische Union und die afrikanischen Staaten sind sich einig: Beide Seiten wollen gemeinsam gegen die illegale Migration vorgehen. So wollen sie dafür sorgen, dass weniger Menschen ihre afrikanische Heimat Richtung Europa verlassen. Wie genau, ist allerdings unklar.

Soziale Not und blutige Konflikte

In einer gemeinsamen Erklärung sagten die Staaten zu, den Menschenhandel zu unterbinden, die Grenzen besser zu sichern und die Armut zu bekämpfen. Zugleich wollen die Staaten die legale Einwanderung fördern. So sollen Afrikaner als Arbeitskräfte einwandern können.


Afrika trifft Europa

3:57 min, aus Rendez-vous vom 02.04.2014

Angesichts von sozialer Not oder blutigen Konflikten in ihrer Heimat versuchen viele Afrikaner, nach Europa zu fliehen. Immer wieder kommt es dabei zu dramatischen Flüchtlingskatastrophen an den EU-Aussengrenzen.

Festung Europa

Seit Jahren versuchen Tausende Migranten mit Kleinbooten die italienische Insel Lampedusa zu erreichen und werden von der italienischen Marine aus Seenot gerettet. Allein im Oktober 2013 ertranken vor Lampedusa über 360 Afrikaner. Menschenrechtsorganisationen werfen der EU eine gefährliche Abschottungspolitik vor. Bislang hat die EU aber nichts an ihrem Kurs geändert.

EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy sagte, Ziel sei, Tragödien wie vor Lampedusa zu verhindern. Die Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Nkosazana Dlamini-Zuma, mahnte, wenn es gelinge, junge Leute in Afrika auszubilden und ihnen eine Perspektive zu geben, müssten sie nicht über Lampedusas nach Europa gehen. Dann könnten sie normal über Flughäfen einreisen und wären willkommen.

Am zweitägigen EU-Afrika-Gipfel nahmen Vertreter der 28 EU-Länder und der 54 afrikanischen Staaten teil.