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International EU-Verbot für Schweizer Sturmgewehre?

Dem angespannten Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU droht eine weitere Belastungsprobe. Nach den Terroranschlägen von Paris arbeitete die EU-Kommission eine Verschärfung des Waffenrechts aus, die auch hierzulande für rote Köpfe sorgt. Denn auch die Schweiz wäre davon betroffen.

Legende: Video Verschärfung des Waffenrechts abspielen. Laufzeit 1:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.02.2016.

Die Idee aus Brüssel löst in der Schweiz unterschiedliche Reaktionen aus. Während Chantal Galladeé (SP) ein verschärftes Waffengesetz begrüssen würde, droht Adrian Amstutz (SVP) bereits mit einem Referendum. Auch die Schweizer Schützenvereine sind wenig erfreut über die Pläne der EU-Kommission und wollen über ihre Partnerverbände eine drohende Verschärfung bekämpfen.

Verbindend für alle Schengen-Staaten

Der Entwurf, Link öffnet in einem neuen Fenster der EU-Kommission sieht als Reaktion auf die Terror-Anschläge in Paris eine Verschärfung des Waffenrechts vor.

Damit soll laut EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verhindert werden, «dass Waffen in die Hände von Terroristen fallen». Junckers Pläne betreffen die Schweiz ganz direkt: Als Schengen-Staat muss sie das europäische Waffenrecht übernehmen.

Gewehre liegen für die Kontrolle auf einer Wiese bereit.
Legende: Die EU-Kommission hält halbautomatische Kriegswaffen für sehr gefährlich. Keystone

Verboten werden sollen zum Beispiel halbautomatische zivile Feuerwaffen, die wie vollautomatische Kriegswaffen aussehen. Das sind jene halbautomatischen Sturmgewehre, die heute mit einem Waffenerwerbsschein gekauft und im ausserdienstlichen Schiesswesen breit eingesetzt werden.

Nach dem Willen der EU-Kommission wäre es Armeeangehörigen künftig auch nicht mehr möglich, nach dem Ende der Dienstpflicht Ordonnanzwaffen mit nach Hause zu nehmen.

Die Vorschläge werden nun vom Ministerrat und vom Europäischen Parlament diskutiert.

135 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Die Waffe im Schrank ist der Garant fuer unsere Demokratie, Keiner wird sich getrauen, die CH in eine Diktatur zu rennen.. und die zoegerlichen EU Schritte werden nur so lange geduldet bis das Volk genug hat... darum soll die Waffe im Schrank bleiben, damit niemand auf dumme Gedanken kommt...
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Also diesen EU-Gesslerhut (ein EU-Verbot unserer Dienstwaffe) müssen wir nun wirklich nicht auch noch grüssen.
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "Damit soll laut EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verhindert werden, «dass Waffen in die Hände von Terroristen fallen»." Das ist doch der Kern der Schwierigkeit. Es gibt in der Schweiz viele Armee-Sturmgewehr-Fans, die kaum einer Mücke was antun würden. Aber in diesem ganzen Geflecht von Waffen, Terroristen und so hat eben kaum jemand mehr die Übersicht. Das ist nicht böse gemeint. Sondern eine MENSCHLICHE Tatsache. NIEMAND HAT DIE ÜBERSICHT.
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    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Und ich sehe da durchaus eine Gemeinsamkeit zum Konflikt zwischen FBI und Apple. Da geht es auch um das Ringen zwischen staatlichen Sicherheitsbedenken und Privatsphäre vieler Leute in vielen Ländern. Dieser Grundkonflikt lässt sich wohl nicht so leicht auflösen. http://www.srf.ch/news/wirtschaft/trump-ruft-zum-apple-boykott-auf
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Ja klar sagt das Herr Juncker - er hat schon viel gesagt. 2 Beispiele, Zitat. "Wenn es ernst wird, muss man lügen." oder "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter."
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    3. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Ihre Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen und unterstützen, Frau Schüpbach. Ich möchte allerdings noch einen weiteren, realen Punkt anmerken: Seit der ungebrochenen Einbürgerungswelle von oftmals nicht integrierten Migranten aus völlig fremden (Kriegs)Gebieten und Religionen (zum Militärdienst), hat sich das Missbrauchs-Risiko der Waffenaufbewahrung daheim, sehr verschärft! Dieser heikle, aber wichtigen Punkt wird selbstverständlich offiziell u.a. Umständen tabuisiert!
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