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International EU will freien Handel mit Südamerika betreiben

Zehn Jahre lang verhandelten der südamerikanische Wirtschaftsblock Mercosur und die Europäische Union ergebnislos über ein Freihandelsabkommen. Doch nun scheinen die Hindernisse überwunden zu sein. Brasilien will möglichst bald Zugang zum europäischen Markt.

Bislang sind die Freihandelsgespräche am Widerstand der Südamerikaner gegen die EU-Agrarsubventionen gescheitert.

Ein Entgegenkommen in dieser Frage erwarten die Mercosur-Länder von der EU auch heute. Aber dass dieser Disput ein Abkommen nicht länger verhindern soll, hat mit einem wirtschaftspolitischen Umdenken in Brasilien zu tun.

Mit seiner Ausrichtung auf Binnenkonsum und Abschottung gegen Aussen verzeichnet die brasilianische Volkswirtschaft fast kein Wachstum mehr; sie braucht dringend neuen Sauerstoff. Jetzt kann es für Brasilien nicht schnell genug gehen, wie Präsidentin Dilma Rousseff in Brüssel deutlich machte.

Sie hoffe, dass die beiden Blöcke nach einer technischen Runde im März schnell mit den eigentlichen Verhandlungen beginnen könnten. Die brasilianische Industrie drängt darauf, dass der Startschuss möglichst noch vor den Wahlen für das europäische Parlament fällt. Ein Freihandelsabkommen sei gut für Brasilien und die EU, werde aber auch die Weltwirtschaft beflügeln, sagte Rousseff.

Erst Brasilien, dann die anderen Länder

Im Mercosur ist das extrem protektionistische Argentinien der Bremsklotz beim Freihandelsabkommen mit der EU. Brasilien ist entschlossen, die Widerstände der Argentinier zu überwinden, indem es zuerst selber seinen Markt öffnet und den restlichen Mercosur-Partnern mehr Zeit lässt. Das käme auch den Europäern gelegen, die vor allem am Zugang zum brasilianischen Markt mit 200 Millionen Menschen interessiert sind.

Mercosur-Mitgliedsländer:

Mercosur ist die Abkürzung des gemeinsamen Marktes der Länder in Südamerika. Vollmitglieder sind Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay, Venezuela. Assoziierte Länder sind Chile, Bolivien, Peru, Kolumbien und Ecuador. Mexiko steht in Verhandlungen über eine Assoziation.

5 Kommentare

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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    Die Schweiz ist/war für die EU einfach zu "pflegeleicht". Nicht nur die PFZ aber auch Gesetzes- und Normenübernahmen wurden im Rahmen des Freihandelsabkommens "aufgezwungen". Der grösste Hohn für jegliches Rechtsempfinden ist jedoch die Guillotine-Klausel in den Verträgen. Unsere damaligen Landesvertreter haben sich da "voll über den Tisch ziehen lassen". Das nun auch noch unser Finanzsektor in die Mangel geraten ist, haben wir einigen wenigen skrupellosen Bankern zu verdanken.
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    1. Antwort von Björn Christen, Bellinzona
      Da haben Sie absolut recht. Man muss entweder unheimlich naiv oder zum Nachteil der Schweiz berechnerisch sein, um sich auf solche Verträge mit einer Guillotine-Klausel einzulassen. Damit nimmt man sich jeden künftigen Verhandlungsraum, macht sich von der EU erpressbar, und tritt die Schweizer Demokratie mit Füssen. Da waren EU-Turbos am Werk, nicht Leute denen in erster Linie die besten Interessen der Schweiz am Herz lag.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Gilt für Südamerika auch die volle PFZ nach EU-ropa, oder will man das weiterhin nur der Schweiz aufwürgen?
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Aha, interessant: Die EU wittert Morgenluft im brasilianischen Markt. Aber dann müsste doch Brasilien auch den freien Personenverkehr mit der EU einführen..Die Verträge sind doch alle mit der Personenfreizügigkeit verknüpft - hat Brüssel uns doch unlängst belehrt. Im Gegensatz zur Schweiz im Herzen von Europa (nicht zu verwechseln mit EU!) jedoch scheint die EU mit der "Aussenwelt" tatsächlich grosszügiger umzugehen - aus purem Eigeninteressen.
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    1. Antwort von S.Röthlisberger, 6370 Stans
      Da es hier nur um ein Handelsabkommen geht wohl kaum. Und Brasilien liegt ja auch nicht im Herzen von Europa. Ich bin erstaunt wie gewisse Personen es immer wieder schaffen, Themen mit null Zusammenhang zu verknüpfen.
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