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Europawahlen Ruža Tomašić – mehr Polizistin als Politikerin

Rechtsextrem, nationalistisch, chauvinistisch: Ruza Tomašić hat in Kroatien viele Etiketten. Seit zehn Monaten sitzt Tomašić im Europaparlament. Und das, obwohl sie gegen Kroatiens EU-Beitritt im letzten Juli war.

«Ich bin eine schlechte Politikerin», behauptet die 55jährige Ruža Tomašić von sich. Trotzdem ist sie in Kroatien, dem jüngsten EU-Mitglied, eine der bekanntesten. 2009 gründete Tomašić die «Kroatische Partei des Rechts – Dr. Ante Starčević (HSP-AS)» und ist seither deren Chefin.

Kroatien sei nur für Kroaten, alle anderen seien Gäste, sagte sie im kroatischen Wahlkampf für das Europa-Parlament vor einem Jahr. Damit provozierte sie den sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Kroatiens: Tomašić sei noch «schlimmer als eine Naturkatastrophe». Was der nationalistischen Tomašić mehr genützt als geschadet hat.

Auf einer konservativen Liste schaffte sie das zweitbesten Landes-Resultat. Obwohl sie bei der Volksabstimmung über die Mitgliedschaft Kroatiens in die EU gegen den Beitritt war, kämpft sie im EU-Parlament nun für die nationalen Interessen ihres Heimatlandes.

Heimkehr nach 25 Jahren in Kanada

Ihr Lebenslauf: ungewöhnlich. Bereits als 15jährige wanderte Ruža Tomašić aus, zu ihrer Schwester nach Kanada. Dort arbeitete sie nach der Polizeiausbildung als kanadische Motorradpolizistin. 25 Jahre lang lebte sie in Kanada, heiratete, zog zwei Kinder auf.

Bei einem Staatsbesuch wurde sie vom damaligen kroatischen Staatschef Franjo Tudjman in Vancouver sozusagen entdeckt – und nach Kroatien zurückgeholt. Das war 1990. Tomašić wurde Chefin von Tudjmans Sicherheitsdienst.

Noch heute fühlt sich Tomašić oft mehr als Polizistin denn als Politikerin: Recht und Ordnung sind ihre obersten Prinzipien.

Europawahl 2014

Halbkreis mit farbigen Segmenten gemäss der Fraktionsstärke im EU-Parlament

Die Fraktionen im Europäischen Parlament

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago, Delemont
    Ärzte verlassen sinkende Schiff Seit EU Beitritt 06.2013. haben etwa 400 Ärzte Kroatien verlassen. Kroatien bildet etwa 320 Ärzte jährlich aus. Über 85 Prozent Jungendliche wollen auswandern. Es gibt schon Internet Seite welche Auswanderung unterstützen. Eine unfähige Regierung, die versucht mit immer neuen Steuern Budget Loch zu fühlen. Aussen Tourismus hat Kroatien weniger zu bieten. Wirtschaft ist durch unfähigen Regierungen am Boden. Korruption verhindert Ausländische Investitionen...
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  • Kommentar von Stanic Drago, Delemont
    Kroate haben Nase voll von EU. Schon bei Abstimmung über EURO beitritt müsste damaligen Regierung tief in Trickkiste greifen um Referendum durchzusetzen. Wahlliste würden nicht aktualisiert und Verfassung würde geändert um 28 Prozent Wahlbeteiligung wie ein Erfolg zu verbuchen. Bis dann war kein Referendum gültig, welche weniger als 50 Prozent Wahlbeteiligten hatten. Kroatien ist überschwemmt mit billigen Produkten aus Ausland. Einheimische Produktion ist zestört. Ärzte verlassen Land.
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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Frau Tomasic ist beileibe kein Einzelfall. In Brüssel werden die Obereuropäer nach den Wahlen ihr blaues Wunder erleben.
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    1. Antwort von Rolf Maeder, Spiez
      Eine Kroatin die mir total sympathisch ist.
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