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Europawahlen Ukip wird stärkste Kraft in Grossbritannien

Die Rechtspopulisten von Ukip gewinnen in Grossbritannien laut Hochrechnungen die Europawahl. Damit ist Grossbritannien nach Frankreich das zweite grosse EU-Land, in dem eine rechtsgerichtete Partei den Sieg erringt.

Lachender Mann
Legende: Er hat gut Lachen: Ukip-Chef Nigel Farage freut sich über das überaus gute Abschneiden seiner europakritischen Partei. Keystone

Die rechtspopulistische Partei Ukip hat mit hoher Wahrscheinlichkeit die Europawahl in Grossbritannien gewonnen. Nach Auszählung von neun der elf Wahlregionen lag sie mit 22 der 73 zu vergebenen Sitze deutlich vorn. Dahinter folgten Kopf an Kopf die Konservativen von Premierminister David Cameron mit 16 und die oppositionelle Labour-Partei mit 14 Sitzen.

Ukip-Chef Nigel Farage, der seinen Sitz im Europaparlament klar verteidigte, bezeichnete den Wahlausgang als «aussergewöhnlichstes Ergebnis seit 100 Jahren». «Das ist nicht das Letzte, was ihr von uns gehört habt», rief er Anhängern und Kritikern gleichermassen zu.

Auszähl-Panne in London

Bei den Europawahlen 2009 hatten in Grossbritannien noch die Konservativen vorne gelegen. Aber auch damals hatte Ukip, die vor allem den Austritt Grossbritanniens aus der EU anstrebt, mit 16,5 Prozent erfolgreich abgeschnitten und bereits 13 Abgeordnete nach Brüssel und Strassburg entsandt.

Eine Panne verhinderte, dass die Hauptstadt ihr Ergebnis in angemessener Zeit liefern konnte. In London wird nach Auswertung erster Teilergebnisse ein starkes Abschneiden der Labour-Partei erwartet, sowie ein etwas schwächeres Ergebnis für Ukip. An der Position der Rechtspopulisten als stärkste politische Kraft dürfte das aber nichts mehr ändern.

Auch in Schottland wurde in der Nacht zum Montag nicht mehr zu Ende gezählt. Dort kam einer Prognose der BBC zufolge die Schottische Nationalpartei auf zwei Sitze, ebenso wie die Labour- Partei. Die Konservativen und Ukip errangen jeweils ein Mandat.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Dieter E.U. Lohmann, Bern
    Die UKIP hat zwar klar zugelegt, dafür haben andere rechtspopulistische, rechtsextreme und EU-feindliche Kräft massiv verloren, so z.B. die rechtsextreme British National Party über 5%. Das sollte man vielleicht auch mal erwähnen, liebe Medien! Und auch die EU-spektischen Konservativen verlieren. Die EU-Gegner insgesamt können kaum zulegen.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Und GB wird das erste Land sein, welches aus der EU austritt. Andere werden folgen. Das ist auch gut so, denn dieses aufgeblähte Konstrukt hat nur Probleme & Unruhen nach Europa gebracht. "Man füge nicht zusammen, was nicht zusammen passt." In der Vergangenheit sind aus Nomaden Sesshafte geworden. Das will man jetzt mit der PFZ wieder rückgängig machen. Doch die alte Geschichte zeigt, dass immer wenn es grosse Völker - Verschiebungen gegeben, es das Ende einer Epoche "eingeläutet" hat.
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    1. Antwort von Peter Singer, St. Gallen
      Lesen Sie Geschichte. Grossen Völkerverschiebungen hat es immer und überall gegeben, dazu braucht es nicht mal eine EU. Für die Wirtschaft ist es sogar sehr positiv, wenn die Menschen dorthin ziehen, wo sie gebraucht werden. Das ist einer der Gründe, warum die USA so erfolgreich war und ist. Die Leute kommen von überall her und innerhalb des riesigen Landes ist die Mobilität extrem hoch, die Leute ziehen oft um In der EU läuf einiges falsch, aber die Personenfreizügigkeit ist extrem positiv.
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