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Krieg in Syrien Evakuierungen aus Aleppo verzögern sich

Rebellen und Zivilisten in Aleppo warten auf ihre Evakuierung aus dem Ostteil der syrischen Grossstadt.

Legende: Video Aleppo ist gefallen abspielen. Laufzeit 2:52 Minuten.
Aus 10vor10 vom 13.12.2016.
  • Die Evakuierung von Rebellen und Zivilisten aus Ost-Aleppo sollten gegen 5 Uhr Schweizer Zeit beginnen, haben aber noch nicht angefangen.
  • Laut Rebellen verhindern regierungstreue Milizen, dass die Menschen abziehen können.
  • Bislang habe kein Kämpfer und kein Zivilist Ost-Aleppo verlassen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.
  • Die Vereinbarung zur Evakuierung von Zivilisten und Rebellen war von Rebellengruppen verkündet und von Russland und der Türkei bestätigt worden.

Einschätzung von Nahost-Korrespondent Philipp Scholkmann

Nach Ankündigung der Waffenruhe am Dienstagabend war in Aleppo zunächst kein Kampflärm mehr zu hören, wie aus der Stadt berichtet wird. Heute Morgen sei aber wieder geschossen worden. Die syrische Regierung hat sich bisher noch nicht klar und offiziell zu der Vereinbarung bekannt. Offiziell bestätigt haben sie bisher nur die Rebellen und Russland.

Bei der Vereinbarung geht es auch um den Abzug der Rebellen und ihrer Familien. Sie dürfen ihre Waffen mitnehmen und sollen aus der Stadt in Gebiete gefahren werden, die noch unter Kontrolle der Aufständischen sind, wie es heisst. Bisher gibt es allerdings noch keine Anzeichen, dass der auf vier Uhr (MEZ) vereinbarte Abzug der Rebellen begonnen hätte. An einem der Übergänge zum Rebellengebiet stehen 20 Busse bereit.

Unklar ist, was mit der eingeschlossenen Zivilbevölkerung geschieht. Es gibt unterschiedliche Darstellungen darüber, inwieweit auch sie Teil der Vereinbarung ist. Die Zustände im Osten Aleppos, in dem die Kämpfe zuletzt getobt hatten, sind katastrophal. Niemand weiss, wie viele Zivilisten sich dort noch aufhalten. Es könnten noch mehrere Zehntausend sein – zusammengepfercht auf engstem Raum und ohne Hilfe. In den letzten Tagen gab es dramatische Appelle aus dem Inneren des umkämpften Gebiets, aber auch von den Hilfswerken und der UNO.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Zeina Khodr, Aljazeera English, vor einer Stunde:UN human rights chief: reports rebels mainly Ahrar al Sham & Al Nusra blocking civilians from fleeing Aleppo;using them as human shields. Was ist mit dem Giftgasangriff in Hama welcher mindenstens 93 Todesopfer unter Zivilisten auf Regierungsseite forderte (SRF erwähnte dies mit einer Zeile)? News.de:Syrien: Mindestens 93 Tote durch Giftgas-Angriff-Weiterhin berichtet die UOSSM, dass es sich bei dem Angriff um eine Vergeltungstat handeln könnte.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Aufgrund der Flüchtlingskrise wird es für Europa höchste Zeit, im Syrien-Konflikt Farbe zu bekennen und die Dinge beim Namen zu nennen. Der Krieg in Syrien ist nicht nur ein religiöser Krieg zwischen fanatisierten Sunniten und Schiiten, dem der "Westen" machtlos gegenübersteht. In Syrien geht es auch um Rohstoffe, vor allen um Erdgas. Die Flüchtlinge sind so gesehen ein Kollateralschaden dieses "Rohstoffkrieges".
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Wenn man das einmal verstanden hat, kommt man einer Lösung des Syrien-Konflikts und der Flüchtlingskrise vielleicht ein Stück näher. Wer Europa aus dem Nahen Osten mit Erdgas beliefern will, kommt an Syrien nicht vorbei. Das Land liegt wie eine Sperrzone vor der Türkei und dem Mittelmeer. Grosse Erdgasvorräte in der Region besitzen auch der Iran und Katar.
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  • Kommentar von K. Svec (K. S.)
    Obwohl 90% der Rebellen keinesfalls gemässigt oder Demokraten sind ( wenn sie in Paris wären, gälten sie als Angreifer der Freien Welt ), haben sie vermutlich keine Lust, in abgelegene Gebiete ohne Internet zu ziehen, wo sie keine menschliche Schutzschilder finden...
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