Zum Inhalt springen

International Ex-Diktator Videla stirbt hinter Gittern

Fünf Jahre lang herrschte Jorge Rafael Videla Ende der 1970er-Jahre als Diktator über Argentinien. Erst im letzten Jahr wurde er wegen mehrfachem Kindsraub verurteilt. Nun ist er tot. Videla hätte eine 50jährige Haftstrafe geblüht.

Legende: Video Argentinischer Ex-Diktator gestorben abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.05.2013.

Der ehemalige argentinische Diktator Jorge Rafael Videla ist tot. Er verstarb – als 87jähriger Häftling – eines natürlichen Todes. Dies berichteten mehrere TV-Sender.

Videla stahl seinen Gegnern die Kinder

Videla war erst im letzten Jahr von einem argentinischen Gericht zu 50 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen, dass Videla während der Militärdiktatur (1976-1983) etwa 500 Babys inhaftierter Regimegegner ihren Eltern systematisch wegnehmen liess.

Die Unterdrückung der Opposition wurde nach einem systematischen Plan organisiert. Unter Videlas Ägide wurden in ganz Argentinien Hunderte von geheimen Konzentrationslagern errichtet, in denen entführte Oppositionelle gefoltert und meist auch getötet wurden. Menschenrechtsaktivisten zufolge starben während der Diktatur rund 30'000 Menschen.

Die Opposition wurde unbarmherzig verfolgt

Porträt von Videla 1977.
Legende: Videla kannte keine Gnade für die Regimegegner. Ihre systematische Ermordung bezeichnete er in einem Interview als «Ausmusterung nutzloser Dinge». Keystone / archiv

Videla wurde am 2. August 1925 in eine Militärfamilie in Mercedes, hundert Kilometer westlich von Buenos Aires, geboren. 1976 führte er den Staatsstreich gegen Präsidentin Isabel Perón an, die Militärjunta ernannte ihn zum Präsidenten. 1981 trat Videla zurück. Nach Wiederstellung der Demokratie wurde er wegen zahlreicher Morde und Entführungen zu lebenslanger Haft verurteilt und unehrenhaft vom Militär entlassen.

1990 begnadigte Präsident Carlos Menem Videla und andere Militärs. 2010 hob der Oberste Gerichtshof die Begnadigung auf. Videla selbst bezeichnete sich als «politischen Häftling».

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    @SRF: Wann kommt eigentl. mal von Ihrer Seite ein wohl recherierter Bericht über die Beziehungen der Familie Kirchner mit den damaligen Militärregierungen und dem Skandal über die aktuellen Geldwäschereien von Senor Boudou und anderen üblen Subjekten im Dunstkreis der Präsidentin? Es geht um 100erte Mio. US$ und Pesos!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    @A. Flückiger: Ich kann Ihren Kommentar nur dahingehend deuten, dass Sie von der Politik Argentininiens in den letzten Jahrzehnten kaum viel verstanden haben und die Beweggründer der damaligen u. z.T. noch heute tätigen Akteuren kaum kennen. Die Präsidentin Ch. Kirchner und Ihr Mann Hector haben dazumal den Grundstein zu Ihrem zusammengeraften Vermögen unter den Fittichen der Militärregierungen in der Prov. Santa Cruz gelegt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Unglaublich wie wohlwollend diese Diktatur und ihr Täter Videla hier in den Kommentaren teilweise dargestellt wird. Das war Lumpenpack in Uniform - nicht mehr, nicht weniger! Mit dem Gesindel ist man auch viel zu weich umgegangen. Wie nach dem zweiten Weltkrieg hätten viele dieser rechten Diktatoren eliminiert gehört. Wohin diese Form der "auf dem rechten Auge" blinden Justiz weltweit führt, erleben momentan gerade die Deutschen mit dem NSU Prozess!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen