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International Ex-Drohnenpilotin: «Du wirst gefühllos oder ein Wrack»

Der CIA-Folterbericht des Senats wirft ein neues Schlaglicht auf das Image des Weltpolizisten USA. Im Kampf gegen den Terrorismus wird das Land seit Jahren auch wegen der völkerrechtlich umstrittenen Drohnenangriffe kritisiert. «10vor10» konnte eine Drohnen-Basis im Bundesstaat New Mexico besuchen.

Legende: Video Einblick in die Drohnen-Basis der USA abspielen. Laufzeit 6:06 Minuten.
Aus 10vor10 vom 11.12.2014.

Die unbemannte Drohne ist die bevorzugte Waffe des demokratischen Präsidenten Obama im sogenannten Krieg gegen den Terror – auch 13 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Unter Obama wurden bisher rund achtmal mehr Drohnen-Angriffe verübt als während George W. Bushs gesamter Amtszeit. Die Strategien des Pentagon und der CIA aber sind streng geheim, und so dürfen Journalisten nur die Trainingsbasis für Drohnenoperateure besuchen.

Sensenmann und Raubtier

Die US-Drohnen sind graue schlanke Vögel, die an Segelflugzeuge erinnern. Ihre Namen aber lassen keinen Zweifel offen: «Reaper» zu deutsch Sensenmann, kann vier «Hellfire» Raketen und zwei Bomben von je 220 Kilogramm abwerfen. Sein kleiner Bruder «Predator» (Raubtier) kann rund 14 Stunden lang in der Luft bleiben, drei Mal länger als ein bemanntes Kampfflugzeug. «Die Leistung von Reaper und Predator auf dem Schlachtfeld ist unbezahlbar», schwärmt Drohnenpilot Dennis.

Von Kampffliegern unterscheiden sich Drohnen durch eine riesige Kamera, die auf der Unterseite befestigt ist – und durch eine Satellitenschüssel im Cockpit. So werden die Bilder der Kamera vom überwachten Gebiet im Irak oder Pakistan zurück an die heimatliche Drohnenbasis übermittelt, wo ein Pilot und ein Kameramann vor Monitoren sitzen und die Raketen via Joystick auf das Ziel feuern.

Vom Jubel zur posttraumatischen Belastungsstörung

Nach zwei Jahren Dienst auf der US-Drohnenbasis mit Einsätzen im Irak und Afghanistan wurde Unteroffizierin Lynn wegen akuter Suizidgefahr entlassen. Am Anfang habe sie mit ihren Kollegen im Container noch gejubelt, wenn ein mutmasslicher Feind abgeschossen wurde. «Danach gingen wir feiern in die Bar, weil wir unsere Mission erfüllt hatten.» Wie eine Spannerin sei sie sich vorgekommen beim Überwachen von Zielpersonen aus der Luft. «Wir haben ihnen sogar beim Sex zugeschaut.»

Längerfristig mache dieser Job kaputt oder gefühllos. Tatsächlich zeigen Studien, dass Drohnen-Piloten gleich viele posttraumatische Belastungsstörungen erleiden wie Soldaten auf dem Kriegsfeld. Auf der Trainingsbasis widerspricht Hauptmann Sean der Kritik, dass der Drohnenkrieg ein feiger Krieg sei. «Wir haben uns verpflichtet, unserem Land zu dienen, und wir geben unser Bestes.» Seinen Nachnamen darf er auf Anweisung des Pentagon nicht nennen, offenbar hat man Angst vor Drohungen. Sean bekräftigt, stolz auf seinen Job zu sein: «Wir haben schon viele Leben gerettet.»

Aufs Kommando vertrauen beim Töten

Der für die USA saubere Krieg scheint aber längst nicht so präzise zu sein, wie das Präsident Obama in seinen Ansprachen jeweils betont. Recherche-Organisationen schätzen, dass rund 20% der Toten bei Drohnenangriffen in Pakistan und im Jemen Zivilisten sind.

Im Pentagon herrscht Stillschweigen darüber und auf der Holloman Base sagt Drohnenpilot Sean, er kenne diese Statistik nicht. Ebenso wenig wissen er und der Kameraoperateur über die Person, die sie tagelang überwachen und schliesslich töten. Haben sie keine Angst, dass die Zielperson gar kein Terrorist sein könnte? «Überhaupt nicht! Wir müssen den Informationen des Kommandos vertrauen».

Der CIA-Folterbericht

Der CIA-Folterbericht

Die Zusammenfassung des Berichtes vom US-Senats zu den Foltermethoden des CIA finden sie hier.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Eugen Eigenmann, Courage, 605101 Auroville Tamil Nadu, India
    Betrifft USA als Welt-Polizei. 9/11 ist nicht durch Terroristen entstanden, sondern ein gewollter Gebaeudeabbruch um Kapital zu retten und zugleich schaerfere Gesetze zu machen. Es ist unglaublich, dass ein Staatsmann wie Obama sich nicht zu den Schweinereien des CIA bekennt schliesslich ist diese Organisation durch ihn unterstuetzt. Es ist vordergruendig der Staat USA, die CIA ist nur eine Fachstelle dieses Staates. Eugen Eigenmann, Auslandschweizer, in Auroville lebend.
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    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Eigenmann - es ist eine Schande, dass SRF Leute solch unfassbaren Truther-Dummfug posten lässt, wie Sie ihn hier ablassen. "Gebäudeabbruch um Kapital zu retten"?! Ausgerechnet die World Trade Towers? LOL "Und zugleich schärfere Gesetze zu machen"? - Mein Gott, die Leute geben heute freiwillig mehr via Facebook und Whatapp von sich preis als die CIA Zeit hätte zu erforschen. Und Sie selbst leben in einem Kaff in Indien, ein Land das von der Rechtstaatlichkeit der USA nur träumen kann.
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    2. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ B. Christen: Dr. Paul Craig Roberts, ehem. Vize-Finanzminister unter Reagan, sagt klar und deutlich, 9/11 war ein iside-job. Wer sich damit befasst, kommt zwangsläufig zu diesem Schluss. Warum verschwieg die Untersuchungskommision während Jahren den Sturz (im freien Fall) von WTC7? Wie konnten durch je 1 Alu(!)flugzeug die Türme pulverisiert(!) werden? Warum die riesen Krater mit Beto-Glas-Schmelze im Untergrund? Es gibt immer noch keine im Ansatz glaubwürdige offizielle Erklärung.
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  • Kommentar von Andy Zumstein, Alpnach Dorf
    Nicht zu vergessen dass die Unteroffizierin 24h lang vom Geheimdienst überwacht wird da sie auch nach der Entlassung geheime Militäroperationen publik machen kann. Posttraumatische Leute werden automatisch als potenzielle Landesverräter und Verletzung des Militärgeheimnisses in die Verdachtsliste aufgeführt.
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  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    Die Kritik an den Drohnen ist äusserst fragwürdig. Auch in bemannten Flugzeugen, gerade in Bombern findet man Bildschirme, der Abwürf von Bomben und Raketen geschieht auch in Kampfjets per Joystick und Knöpfe. Dazu kommt: Auf den Bildschirmen sieht man massiv mehr, zielt besser als von blossem Auge. Warum es ein Vorteil sein soll, wenn der Pilot "immerhin noch sein eigenes Leben riskiert" ist mir schleierhaft. Das Problem liegt nicht an den Drohnen, sondern am Krieg. Dieser tötet und stumpft ab!
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