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Ex-Flughafen-Baugelände 2500 Polizisten vertreiben Besetzer in Nantes

Legende: Audio Charles Liebherr: «Aktivisten wollen paradoxerweise bleiben» abspielen. Laufzeit 06:13 Minuten.
06:13 min, aus SRF 4 News aktuell vom 10.04.2018.

Einsatzkräfte der französischen Gendarmerie haben am frühen Morgen begonnen, bei Nantes das besetzte Areal des einst dort geplanten neuen Grossflughafens zu räumen.

Der geplante «Aéroport du Grand Ouest» in Notre-Dame-des-Landes, rund 20 Kilometer nordwestlich von Nantes, war zum Symbol für den Kampf der französischen Umweltbewegung geworden. Im Januar 2018 entschied die französische Regierung, die Pläne für einen Neubau nach den jahrelangen Protesten nicht weiter zu verfolgen. Das Vorhaben war bereits in den 1960er Jahren angestossen worden

Erbitterter Widerstand

Bei der Räumung des besetzten Areals am frühen Morgen kam es zu Ausschreitungen und wurden Strassenbarrikaden angezündet. Die rund 2500 Gendarmen setzten unter anderem Tränengas ein. Aus den Reihen der verbliebenen 250 Besetzer flogen Steine, berichteten TV-Sender.

Frankreichs Innenminister Gérard Collomb erklärte, mit der Aktion solle eine «rechtsfreie Zone» geräumt werden. Die Bauern in der Region sollen laut einer früheren Ankündigung der Regierung das für den Bau vorgesehene Agrarland wieder zurückerhalten. Das Gelände umfasst rund 16 Quadratkilometer.

Ein Besetzer mit Hund und Katze verlässt seine Hütte.
Legende: Gendarmen fordern Besetzer dazu auf, die Region zu verlassen. EBU | Gendarmerie nationale

Die Regierung von Premierminister Édouard Philippe hatte im Januar nach jahrzehntelangem Streit auf den Bau des neuen Grossflughafens verzichtet. Das Agrarland müsse seiner landwirtschaftlichen Bestimmung zurückgegeben werden, hatte die Regierung festgehalten:

«Die illegalen Besetzer, die ein landwirtschaftliches Projekt hatten, waren aufgefordert, sich zu melden und sich dem normalen Verfahren zu unterwerfen.» Laut der Präfektur haben die Besetzer aber alle Vorschläge abgelehnt, ein landwirtschaftliches Dossier einzureichen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Schaub (Kripta)
    "Die Besetzer hätten aber alle Vorschläge abgelehnt". Nun, das macht durchaus Sinn, denn, ein Projekt einzureichen, wäre schliesslich mit Arbeit verbunden gewesen.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Die Regierung Macrons setzt 2500 Polizeikräfte ein, obwohl die Besetzer rechtbekommen haben und dies nur, um das 'Gesicht zu wahren'. Wie wollen wir das nennen effizienter Einsatz mit Fremdmitteln, zahlen tun's dann die Steuerzahler. Ich wünsche diesem Saintnitouche, dass er bald Geschichte sein wird und dass überall in Frankreich sich die Menschen noch mehr wehren werden, gegen diesen Präsidenten und seinen Leuten, die den Staat dem meistbietenden verkaufen wollen.
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    1. Antwort von martin blättler (bruggegumper)
      Es ist kein Menschenrecht,auf einem besetzten Stück Land in einem rechtsfreien Raum im eigenen Dreck und Puff sein Leben zu fristen. Das ganze am liebsten durch den Staat finanziert.Hin und wieder ein Saubannerzügli Richtung Stadt.Das isch e Lääbe.
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    2. Antwort von Peter Imber (Wasserfall)
      Jetzt verrennen Sie sich aber völlig, Frau Kunz. Ich stehe politisch weder rechts noch links sondern stimme je nach Vorlage. Es fällt mir aber schon auf, dass extrem linke Kreise unter dem Deckmantel des moralisch Rechthabens (wenn das immer so klar definierbar wäre) meinen, rechtswidrig handeln, Schäden anrichten und Gewalt anwenden (siehe jeweils 1. Mai-Proteste) zu dürfen. Wer zahlt jeweils für die Schäden? Alle Bürger mit ihren Steuern! Korrektes Verhalten gilt für alle - links u rechts! ,
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    3. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      2500 Polizeikräften es gibt doch auch für Sie Herr Imber, so wie ich Sie verstehe, den Begriff der Verhältnismässigkeit. Ich habe mit Gewalt und Zerstörung nichts am Hut. Ich finde es Unklug und Strategisch unwirksam oder wie Noam Chomsky es in etwa formuliert, es hat keinen Sinn, mit der Staatsmacht und deren Machtmonopol, das sie von rechtswegen innehat,sich anzulegen.Die erfolgreichsten Bewegungenen, die Geschichte zeigt es, sind die gewaltfreien. Da war oft ein sehr langen Atem gefragt.
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