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International Ex-Nato-General kritisiert Westen für Putin-Bashing

Kritik von überraschender Seite am Vorgehen des Westens in der Ukraine-Krise: Mit dem vorläufigen Ausschluss Russland aus der G8 verspiele man die Möglichkeit, aus der Spirale von Sanktionen und Gegensanktionen herauszukommen. Dies sagt der frühere Nato-General Klaus Reinhardt in der «Rundschau».

Legende: Video Dialog statt Isolation abspielen. Laufzeit 14:00 Minuten.
Aus Rundschau vom 02.04.2014.

Vier-Sterne-General Klaus Reinhardt befehligte ab 1999 die KFOR-Friedenstruppen im Kosovo. Ihm unterstanden 50'000 Soldaten aus 39 Nationen.

Reinhardt kritisiert, dass Russland vorerst aus dem Gremium der acht wichtigsten westlichen Industrienationen ausgeschlossen wurde: «Damit vergibt man sich die Möglichkeit, auf der höchsten Ebene mit Putin zu reden und zu verhandeln. Man muss alle Foren nutzen und diese Kanäle offen halten, um aus der Spirale der Sanktionen und Gegensanktionen herauszukommen.»

Hingegen unterstützt Reinhardt die Sanktionen Europas und der USA gegen Russland: «Der Westen konnte das nicht einfach hinnehmen, dass die Krim aus der Ukraine ausgeschlossen und Russland unterstellt wurde. Der Westen musste etwas tun.»

«Putin ist kein Hasardeur»

Laut Ex-Nato-General Reinhardt besteht die Gefahr, «dass wir in eine politische Eiszeit abrutschen». Die Beziehungen zwischen Europa und Russland würden infrage gestellt: «Das würde beiden Seiten nicht gut tun», so der promovierte Politikwissenschaftler.

Mit deutlichen Worten stellt sich Reinhardt weiter gegen das «Putin-Bashing», wie er es selber nennt. «Das ist zwar modern, bringt aber nicht viel.» Man könne nicht ständig bashen, sondern müsse «wieder auf den normalen Weg zurückkehren und dem Gegenüber die Hand reichen».

Der Vier-Sterne-General schätzt die Lage als «gefährlich und besorgniserregend» ein. Er gehe aber nicht davon aus, dass der russische Präsident in der Ostukraine einmarschiere: «Putin ist kein Hasardeur».

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Militärbudget der USA: 700 Mia, China: 160 Mia, Russland: 90 Mia. Die USA haben über 90% ihrer Streitkräfte im Ausland stationiert, die Russen über 90% im eigenen Land. Von wem geht nun die grösste Bedrohung aus? Wer sagt, wer nicht für uns ist, ist gegen uns? Es ist schon eine Leistung, es so aussehen zu lassen, als ob die Amis die Guten wären. Das glauben wir nur, weil wir von ihren globalen Raubzügen mitprofitieren und seit 60 Jahren ihre 'Kultur' zwangsverfüttert bekommen.
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    Als die Russen im Jahr 1962 in Kuba ihre Raketen installieren wollten, nachdem die USA ihre Atomraketen seit 1956 u.a. in der Türkei aufgestellt hatten und damit die Russen herausforderten, drohten die USA mit einem Atomkrieg . Heute wo sich die Grenzen der EU / NATO durch die Eingliederung ehemaliger Ostblockstaaten immer näher an die das russische Hoheitsgebiet verschieben, werden die Russen von den USA und ihren Verbündeten als Agressoren dargestellt. Für mich sind die USA der Agressor.
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  • Kommentar von Jens Brügger, Schaffhausen
    Die "Annexion" der Krim verlief beinahe ohne Schusswechsel. Die Bevölkerung wollte es mehrheitlich so. Amerika überfällt den Irak: 1,4Mio Tote und ganze Landstriche unbewohnbar wegen der Uran-Munition. Beweise waren gefälscht, alle wissen es. Bevor man nur daran denkt, Russland zu sanktionieren, sollte man jeglichen Kontakt mit der US-Regierung abbrechen! Warum wird die USA für ihre Verbrechen nie sanktioniert? Warum wohl? Aufwachen oder weiterschlafen? Es ist eure Entscheidung.
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