Ex-Rebellenführer in Nordirland erschossen – eine Festnahme

Er galt als ein führender Kopf der Terrororganisation IRA in Nordirland. Jetzt wurde das frühere Führungsmitglied der Splittergruppe Continuity IRA (CIRA) in Nordirland erschossen. Ein 26-Jähriger wurde festgenommen.

Polizei an einem Polizeifahrzeug.

Bildlegende: Starke Sicherheitskräfte riegelten den Tatort in Belfast ab. Keystone

Der Mann sei in einem Industriegelände im früher umkämpften Westen der Hauptstadt Belfast ermordet worden, teilte die nordirische Polizei in Belfast mit.

Der Karfreitag als hoher katholischer Feiertag hat im Nordirland-Konflikt grosse Symbolkraft. Zuletzt hatte es unter den republikanischen Rebellen immer wieder interne Graben- und Machtkämpfe gegeben.

Am hellichten Tag getötet

Gegen das 44 Jahre alte Opfer, das nach einem Anschlag auf eine Polizeistation sechs Jahre lang in einem Hochsicherheitsgefängnis zugebracht hatte, hat es Todesdrohungen aus den eigenen Reihen gegeben. Die Tat ereignete sich am helllichten Tag. Einen Tag später nahm ein 26-Jähriger fest. Der Mann wird derzeit verhört, teilte die Polizei mit.

Im Nordirland-Konflikt stehen sich bis heute republikanische Katholiken und pro-britische Protestanten gegenüber. Die Republikaner fordern die Abtrennung des Norden Irlands von Grossbritannien und die Vereinigung mit der Republik Irland. Bis 1998 prallten beide Seiten in einem bewaffneten Untergrundkampf aufeinander.

Mit dem sogenannten Karfreitagsabkommen von 1998 wurde die Region weitgehend befriedet. Splittergruppen wie die CIRA führten den Kampf jedoch weiter.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Die Friedensmission in Nordirland

    Aus BuchZeichen vom 27.4.2014

    Colum McCann verarbeitet in «Transatlantik» auch ein schmerzhaftes Stück irischer Geschichte: Den Nordirland-Konflikt. Erst dem Amerikaner George Mitchell gelang es 1998 nach drei Jahren zähen Verhandlungen dem Terror-und Blutvergiessen ein Ende zu setzen.

    Ihm setzt Colum McCann ein literarisches Denkmal. «Dieser Krieg gehört zu den beschämensten Kapiteln in unserer Geschichte», sagt Colum McCann, «und der Frieden stellt einen grossen Sieg dar.» Colum McCann sieht sich aber nicht als Didakten: «Ein Buch muss viele Türen offen halten.»

    Buchhinweis:Colum McCann. Transatlantik. Rowohlt, 2014.