Expedition bleibt im Eis stecken

Ein Polarschiff mit 74 Menschen an Bord steckt Weihnachten im Eis der Antarktis fest. Hilfe ist auf dem Weg. Aber es dauert, vermutlich bis nach den Feiertagen.

Ein für Polarexpeditionen gebautes Forschungsschiff mit 74 Menschen an Bord ist in der Antarktis im Eis stecken geblieben.

Das Boot sitzt etwa dreitausend Kilometer südlich von der australischen Insel Tasmanien fest. Bis ein Eis-Brecher in der Gegend ist, dürfte es mindestens zwei Tage dauern. Nach australischen Medienberichten sind sowohl Forscher als auch Touristen an Bord, vermutlich alle aus Australien.

Keine Gefahr

Drei Schiffe seien auf dem Weg in die Region, es könne aber zwei Tage dauern, bis sie die unter russischer Flagge fahrende «MV Akademik Shikalskiy» erreichten, teilte die Behörde mit.

Gefahr bestand für niemand an Bord der «MV Akademik Shikalskiy», versicherte Expeditionssprecher Alvin Stone. «Seid versichert, dass es uns allen gut geht», schrieb Expeditionsleiter Chris Turney in einer E-Mail. An Bord waren nach Angaben von Stone 26 Touristen.

Gedenk-Expedition

Das Schiff ist auf einer privat finanzierten Expedition in Erinnerung an die «Australasische Antarktis-Expedition» vor 100 Jahren. Expeditionsleiter Chris Turney twitterte gelassen: «Schweres Eis. Wunderschön. Leichter Wind. Nur minus ein Grad. Frohe Weihnachten von der Australasischen Antarktis-Expedition.»

Turney wollte auf der fünfwöchigen Tour unter anderem Messungen wiederholen, die der damalige Expeditionsleiter Sir Douglas Mawson bei der Expedition vor 100 Jahren vornahm. Das Team grub unter anderem Mawsons Hütte auf Cape Denison aus dem Schnee.