Explosionen in Unesco-Weltkulturerbe-Tempel in Indien

Buddhistische Heiligtümer waren in Indien bislang kein Ziel von Terroranschlägen. Nun explodierten in dem bei Touristen beliebten Bodhgaya-Tempel acht Sprengsätze. Zwei Mönche wurden verletzt.

Eine der heiligsten Tempelanlagen der Buddhisten im Osten Indiens ist von einer Serie von Bombenexplosionen erschüttert worden. Insgesamt acht kleinere Sprengsätze detonierten nach Polizeiangaben in dem zum Unesco-Welterbe gehörenden Bodhgaya-Komplex.

Zwei weitere Sprengsätze wurden rechtzeitig entdeckt und entschärft. Zwei Mönche aus Burma und dem Tibet wurden demnach verletzt. Zum Zeitpunkt der Detonationen gegen 05.30 Uhr hielten sich nach Medienberichten nicht viele Menschen in dem Komplex auf.

Eine der heiligsten Stätten der Buddhisten

In der aus dem 5. oder 6. Jahrhundert stammenden Anlage steht der Baum, unter dem Buddha im Jahr 531 vor Christi Geburt die Erleuchtung gefunden haben soll. Der Baum wurde den Angaben zufolge nicht beschädigt. Dagegen gingen in einem Gebäude Fensterscheiben zu Bruch, in einem kleinen Tempel wurde eine Holztür zerstört und in einem weiteren Gebäude lagen Trümmerteile auf dem Boden.

Der Komplex, dessen erster Tempel bereits im 3. Jahrhundert vor Christus entstanden sein soll, zählt zu den ältesten in Indien. Neben dem Baum der Erleuchtung befindet sich dort auch die 24 Meter hohe Mahabodhi-Statue von Buddha. Der Komplex zieht jährlich hunderttausende Buddhisten aus aller Welt an, darunter auch den Dalai Lama, den geistlichen Führer der Tibeter.

Sicherheit wurde verstärkt

Zu der Tat bekannte sich vorerst niemand. Innenminister Anil Goswami sprach von einem «Terrorangriff», Premierminister Manmohan Singh verurteilte den «Angriff auf einen Ort der Religion». Vorsorglich wurde das Sicherheitspersonal verstärkt.

Angriffe auf Buddhisten sind in Indien eher selten. Doch nach gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und Muslimen in Burma, Sri Lanka und Bangladesch wachsen in der gesamten Region die Spannungen.