Fahrplan für Vernichtung der syrischen C-Waffen steht

Jetzt ist es offiziell: Bis Mitte 2014 sollen sämtliche Kampfstoffe des Assad-Regimes vernichtet sein. An der mehrstufigen Operation beteiligen sich zahlreiche Staaten. Das hat die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen in Den Haag mitgeteilt.

Zwei Männer in Schutzanzügen und Masken.

Bildlegende: Die Inspektoren der OPCW konnten den Einsatz von Giftgas zweifelsfrei nachweisen. Keystone

Rund ein Jahr nach dem verheerenden Giftgasanschlag bei Damaskus, bei dem über 1300 Menschen getötet worden waren, soll Syrien frei von Chemiewaffen sein. So sieht es der Plan der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) vor.

Um dieses Ziel zu erreichen hat die OPCW einen gigantischen Masterplan erarbeitet. Eine Schlüsselrolle wird demnach die US-Marine mit dem Spezialschiff «MV Cape Ray» einnehmen, auf dem die gefährlichsten Kampfstoffe vernichtet werden sollen.

Der Plan sieht vor, die syrischen Giftgasbestände sowie für die Produktion weiterer Waffen notwendige Chemikalien in Lastwagen zu dem syrischen Mittelmeerhafen Latakia zu bringen. Bisher sind die Chemiewaffen über zwölf Stützpunkte in Syrien verstreut.

In Latakia sollen die Waffen dann von zwei Frachtschiffen aufgenommen werden, die sie in Begleitung von norwegischen und dänischen Kriegsschiffen in einen italienischen Hafen transportieren. Hie sollen dann die gefährlichsten Kampfstoffe auf die «MV Cape Ray» umgeladen werden.

Übrig bleibt toxischer Müll zum Entsorgen

Auf dem Spezialschiff sollen die Kampfstoffe in zwei eigens montierten Anlagen mithilfe von Wasser in ihre Bestandteile gespaltet werden. Übrig bleiben soll toxischer Müll, der ähnlich wie gewöhnlicher Industriemüll entsorgt werden kann.

Die anderen weniger gefährlichen Chemiewaffen sollen bei einer zweiten Fahrt von den beiden Frachtschiffen ausser Landes gebracht werden, um anschliessend von privaten Firmen zerstört zu werden. Für den Transport der insgesamt rund tausend Tonnen Chemiewaffen und Chemikalien sollen die USA etwa 3000 Container stellen.

Nach Angaben der OPCW stellt Russland gepanzerte Lastwagen für den Transport sowie Kriegsschiffe, um die Operation in Latakia und den syrischen Hoheitsgewässern zu sichern. China trägt zu der Operation demnach mit Überwachungskameras und zehn Krankenwagen bei. Finnland will Spezialisten für Dekontamination stellen, Japan zudem 15 Millionen Dollar zur Finanzierung beisteuern.

Die Operation wird von der Den Haager Kontrollbehörde, die in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, überwacht. Der Zeitplan sieht vor, dass bis Ende des Jahres die gefährlichsten Kampfstoffe ausserhalb Syriens gebracht und alle Waffen bis Ende Juni zerstört werden.

Verzögerungen nicht auszuschliessen

Anhaltende Kämpfe in Syrien behindern jedoch nach den Worten des Generaldirektors die Vorbereitungen. Der Zeitplan komme in Gefahr, warnte Ahmet Üzümcü. «Die Möglichkeit einiger Verzögerungen kann nicht ausgeschlossen werden».

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Giftgasvernichtung in der Schweiz?

    Aus 10vor10 vom 17.12.2013

    Die internationale Organisation für das Verbot von Chemiewaffen rechnet zusätzlich zu den Chemiewaffen mit rund 800 Tonnen Industriechemikalien aus Syrien, die ebenfalls vernichtet werden müssen. Dafür haben sich bislang 35 Firmen aus aller Welt gemeldet. Darunter auch zwei aus der Schweiz.