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Fakten zum Las-Vegas-Massaker Keine Verbindungen zu Terrororganisationen bekannt

Der 64-jährige Angreifer hat mindestens 59 Menschen getötet und mehr als 520 verletzt. Die bisher bekannten Fakten im Überblick.

Legende: Video Über 50 Tote in Las Vegas abspielen. Laufzeit 1:20 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.10.2017.

Die Opfer: Nach Angaben der Polizei wurden mindestens 59 Menschen getötet und mehr als 520 verletzt.

Die Tat: Ein Mann schoss am Sonntagabend um 22 Uhr (Lokalzeit) vom 32. Stockwerk des Hotels Mandalay Bay an der berühmten Casino-Meile auf Besucher eines Country-Musik-Festival mit etwa 30'000 Besuchern. Es handelt sich um eines der schwerwiegendsten Verbrechen in der jüngeren Geschichte der Vereinigten Staaten. Im Hotelzimmer des Mannes wurden mehr als zehn Gewehre gefunden.

Das berichten Augenzeugen: Ein Konzertbesucher erzählt von schrecklichen Szenen während der Tat: «Menschen begannen wie Fliegen zu fallen», sagte er dem Sender CNN.

Der mutmassliche Täter: Laut Polizeiangaben handelt es sich um einen 64-jährigen, weissen US-Bürger. Er lebte in einem Resort für Golfer und Rentner nördlich der Glückspielmetropole Las Vegas und bereitete seine Tat lange vor. Laut der «New York Times» lebte der Mann vom Glücksspiel, Video-Poker soll seine Leidenschaft gewesen sein. Die letzte feste Anstellung des als wohlhabend beschriebenen Mannes liege 30 Jahre zurück.

Er sei bisher – bis auf ein kleines Verkehrsdelikt – nicht als Krimineller aufgefallen, teilte die Polizei mit. In Interviews sagte der Bruder des Mannes, er wisse nichts über extreme politische oder religiöse Ansichten seines Bruders. Nichts habe auf diese Tat hingedeutet.

Auch das FBI sieht bisher keine Verbindungen zu terroristischen Organisationen. Der Mann soll sich nach der Tat selbst getötet haben. Zunächst hatte es geheissen, die Polizei habe ihn erschossen.

Das ergaben die bisherigen Ermittlungen: In einem der Privathäuser des Todesschützen in der Stadt Mesquite seien Sprengstoffe, Schusswaffen und Munition sichergestellt worden, sagte Sheriff Joseph Lombardo. Das zweite Privathaus des Mannes in der Stadt Reno soll ebenfalls durchsucht werden.

Handelt es sich um einen Einzeltäter? Davon geht die Polizei aus. Den Ermittlern zufolge hatte der Mann wohl keine Verbindungen zu Extremistengruppen. «Wir haben keine Erkenntnisse zu seiner Weltanschauung», sagte Bezirkssheriff Joe Lombardo. Die Terrormiliz IS hat die Gewalttat in Las Vegas über ihr Sprachrohr «Amak» für sich reklamiert; die amerikanischen Behörden sehen aber keine solche Verbindung. Zunächst wurde auch nach einer Frau gesucht, die sich mit dem Schützen in einem Hotelzimmer aufgehalten haben soll. Sie sei gefunden worden, teilte die Polizei mit. Sie gilt offenbar nicht als mögliche Komplizin.

Sind Schweizer unter den Opfern? Über allfällige Schweizer Opfer liegen dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) derzeit keine Informationen vor. Abklärungen dazu seien im Gang. Das EDA stehe im Kontakt mit den lokalen Behörden.

Was sagt der US-Präsident? Donald Trump hat die Schüsse von Las Vegas als «Akt des reinen Bösen» bezeichnet. Trump rief die Amerikaner zur Einigkeit und zum Zusammenhalt auf. «Im Augenblick der Tragödie kommt Amerika als Einheit zusammen», sagte er.

Legende: Video «Ein Akt des Bösen» abspielen. Laufzeit 0:37 Minuten.
Vom 02.10.2017.

Las Vegas weckt böse Erinnerungen an US-Bluttaten der letzten Jahrzehnte

Orlando, Juni 2016
In einem Schwulen-Club tötet ein Mann bei einer Geiselnahme 49 Menschen, bevor er von der Polizei erschossen wird. Während der Tat bekennt er sich zum IS.
San Bernardino, Dezember 2015
In Kalifornien erschiesst ein Mann während einer Weihnachtsfeier seines Arbeitgebers gemeinsam mit seiner Frau 14 Menschen. Stunden später werden die beiden Muslime, die sich im Internet radikalisiert hatten, von der Polizei erschossen.
Washington, September 2013
In einem Kommandozentrum der Marine erschiesst ein bereits zuvor wegen psychischer Probleme aufgefallener Ex-Reservist zwölf Menschen, ehe er bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet wird.
Newton, Dezember 2012
An der Sandy Hook Grundschule im Bundesstaat Connecticut erschiesst ein 20-Jähriger mit schweren psychischen Problemen 20 Kinder sowie sechs Erwachsene. Anschliessend nimmt er sich selbst das Leben.
Aurora, Juli 2012
Im Bundesstaat Colorado erschiesst ein 24-Jähriger während einer «Batman»-Premiere zwölf Menschen, bevor er verhaftet und schliesslich zu lebenslanger Haft verurteilt wird.
Blacksburg, April 2007
An der Hochschule Virginia Tech im Bundesstaat Virginia erschiesst ein 23-jähriger Student 32 Menschen, bevor er sich selber das Leben nimmt.
Fort Hood, November 2009
Auf dem Militärstützpunkt in Texas erschiesst ein Militärpsychiater 13 Menschen, bevor er festgenommen wird.
Binghamton, April 2009
In einem Einwanderungszentrum im Bundesstaat New York erschiesst ein Immigrant 13 Menschen und dann sich selbst.
Columbine, April 1999
An der Columbine High School in Littleton (Colorado) erschiessen zwei Jugendliche zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Dann nehmen sie sich selbst das Leben.
Killeen, Oktober 1991Ein Mann rast mit seinem Pick-Up in ein Restaurant und erschiesst dort 22 Menschen, bevor er sich selbst richtet.

92 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    alle zwei monate verlieren in den usa mehr menschen ihr leben durch waffengewalt als im ereignis von 9/11.
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  • Kommentar von Silvan Arber (30-30)
    Hollywood machts vor! Gewalt, Tod und Verbrechen in den Filmen! Dann wird von Massenmorden und Waffenverschärfungen gesprochen. Die Meisten Morde gehen auf das Konto von kriminellen Gangs und die scheren sich einen Dreck um Gesetze. Das dieser schreckliche Fall nun wieder die anti-gun auf den Plan ruft ist klar. Nur kann kein Gesetz einen intelligenten Massenmörder stoppen welcher sich minutiös darauf vorbereitet ! Die Gesellschaft ist gefordert dies zu erkennen. Siehe auch Fall Breivik.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Waffen sind solange ungefährlich, wie sie nicht benutzt werden von "Menschen"!!
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