Fall Assange: Verjährung bringt Kläger unter Druck

Der im Exil lebende Wikileaks-Gründer Julian Assange soll nun doch in der ecuadorianischen Botschaft in London befragt werden. Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte das bislang abgelehnt. Jetzt ist aber plötzlich Eile angesagt. Im August verjähren einige der Taten, die sie Assange vorwirft.

Nahaufnahme des Wikileaks-Gründers Julian Assange vor einem schwarzen Hintergrund. Der in der ecuadorianischen Botschaft in London exilierende Assange blickt dabei nach links in die Ferne.

Bildlegende: Wikileaks-Gründer Julian Assange liebäugelte umsonst mit der Aufhebung des schwedischen Haftbefehls. Reuters

Vier Jahre lang beharrte die schwedische Staatsanwaltschaft auf einem Verhör in Schweden. Angesichts der im August 2015 verjährenden Vorwürfe gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange hat sie nun eine Wendung vollzogen.

Assange ist abgeblitzt

Die Staatsanwälte wollen Assange nun doch in der ecuadorianischen Botschaft in London verhören. Ihm wird in Schweden die sexuelle Belästigung an zwei Frauen im Jahr 2010 zur Last gelegt. Assange hat die Vorwürfe stets bestritten.

Er will in der Botschaft einer Auslieferung entgehen. Seine Anwälte waren zuletzt bis vor das höchste Gericht Schwedens gezogen, um eine Aufhebung des Haftbefehls zu erreichen. Vergeblich.

Assange fürchtet in Schweden letztlich die Auslieferung an die USA. Nach der Veröffentlichung von Geheimdokumenten zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan hat Assange den Zorn der USA auf sich gezogen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Julian Assange will raus

    Aus 10vor10 vom 18.8.2014

    Seit fast zwei Jahren geniesst Wikileaks-Gründer Julian Assange Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London. Dort lebt er wie ein Gefangener. Beim Verlassen des Gebäudes würde er sofort festgenommen: Schweden verlangt die Auslieferung des gebürtigen Australiers. Heute kündigt er an, dass er die Botschaft bald verlassen wolle.