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International Familienkrach beim Front National

Tochter gegen Vater: Beim rechtsextremen Front National (FN) in Frankreich ist der Konflikt zwischen Parteigründer Jean-Marie Le Pen und seiner Tochter Marine Le Pen eskaliert. Die Gaskammern der Nazis sind für ihn ein «Detail». Marine sträubt sich nun gegen sein Mitwirken in der Partei.

Legende: Video Machtkampf beim Front National abspielen. Laufzeit 1:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.04.2015.

Bei der rechtsextremen Partei Front National (FN) in Frankreich ist der Konflikt zwischen Parteigründer Jean-Marie Le Pen und dessen Tochter Marine Le Pen eskaliert: Parteichefin Marine gab bekannt, sie werde sich einer Kandidatur ihres Vaters bei den Regionalwahlen im Dezember widersetzen.

Der FN-Vize Florian Philippot sprach auf Twitter von einem «völligen und endgültigen Bruch» mit dem 86-jährigen Ehrenvorsitzenden der Partei FN.

Tweet von Florian Philippot

Der Konflikt zwischen dem Parteigründer und der derzeitigen FN-Führung hatte sich in den vergangenen Tagen zugespitzt, nachdem Jean-Marie Le Pen die Gaskammern in den NS-Konzentrationslagern erneut als «Detail» der Geschichte bezeichnet hatte.

Zudem gab Vater Le Pen der rechtsextremen Zeitschrift Rivarol ein Interview, in dem er insbesondere Marschall Philippe Pétain verteidigte. Pétain war im Zweiten Weltkrieg Staatschef des Vichy-Regimes, das mit Nazi-Deutschland kollaborierte.

Gemässigteres Image zieht

Die 46-jährige Marine Le Pen versucht seit ihrer Wahl zur FN-Präsidentin Anfang 2011, der Partei ein gemässigteres Image zu verschaffen. Sie vermeidet verbale Entgleisungen, die ihrem Vater wiederholt Verurteilungen wegen Leugnen des Holocausts oder Aufrufs zu Rassenhass einbrachten. Ausserdem liess sie mehrere Mitglieder nach rassistischen Äusserungen aus der Partei ausschliessen.

Mit ihrer Strategie schaffte sie es, die FN im vergangenen Jahr bei den Europawahlen mit rund 25 Prozent zur stärksten Kraft in Frankreich zu machen. Auch bei der ersten Runde der Départementswahlen im März kamen die Rechtsextremen auf rund 25 Prozent. Bei der Präsidentschaftswahl 2017 hat die FN-Chefin gute Chancen, in die Stichwahl zu kommen.

Die Zukunft des Front National

Die Zukunft des Front National

Gelingt es Marine Le Pen nach diesem Erdbeben die Reihen in der rechtsextremen Partei Frankreichs wieder zu schliessen? Einschätzungen von SRF-Korrespondent Charles Liebherr.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Buchmann, Bättwil
    Lassen wir uns nichts vormachen! Ja, Frau Le Pen hat ihren offenkundig untragbar gewordenen, dem "modernen" Image schädlichen Papa in die Wüste geschickt. Aber ändert das etwas am Charakter des FN? Die Parteichefin bezeichnet den Aggressor und Undemokraten Putin als "Retter des christlichen Abendlandes" und lässt sich von ihm Geld geben, sie will die Todesstrafe wieder einführen usw. Sie mag sich noch so "anders" geben, rechtsextrem bleibt rechtsextrem!
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    1. Antwort von J. Knüchel, St. Gallen
      Frau Le Pen ist nicht etwa wegen Putin rechtsextrem ...das wurde ihr quasi in die Wiege gelegt und das Geld kam nicht von Putin sondern von einer Bank. Ansonsten stimme ich ihnen zu.
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    2. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      ....von einer kremlnahen Bank, die sicher keine solchen Kredite vergibt, ohne dass dies von ganz oben gewünscht ist!
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  • Kommentar von T.Eltschkner, Uster
    Ist ja wieder Schlimm was hier abgeht. Da wird dieser Herr Le Pen zu recht kritisiert. Nur wird es gewagt die FN oder andere Rechte Parteien nicht gleich zu verurteilen. Und schon kommen die Linksaussen und beleidigen wieder. Hoffen wir mal hier wird nicht zensuriert und JEDER darf seine Meinung sagen. Dieser Herr Le Pen sollte eher ins Gefängnis als in die Politik. Aber das hat NICHTS mit FN oder anderen Rechten Parteien zu tun. ja auch nicht die "böse" SVP gegen die bald wieder ausgeteilt wird
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    1. Antwort von Hans Glauser, Herlisberg
      War nicht "dieser Herr Le Pen" Gründer und Chef des FN?
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    2. Antwort von A.Käser, Zürich
      H.G./Fragt mich auch niemand mehr wenn ich auftauche:"Na,war's heute schön im Kindergaten?"Möglicherweise aber nur ein Zufall.Macht mich dennoch froh und stolz.(Humor-Schaltjahrtag Ende)
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    3. Antwort von S. Müller, Zürich
      Und jetzt S. Glauser?, Herlisberg Will die jetzige Chefin diese Ansichten jetzt nicht aus der Partei haben. Was ja dafür spricht, dass dieses Gedankengut nicht willkommen ist.
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Oft wird mir bewusst, wie lange "rechte" Propaganda wirken kann, wenn ich Leuten zuhöre, die den 2. WK noch als Kinder miterlebt haben. Reflexartig wird "Erlerntes" als Wahrheit gesehen. Errungenschaften für die Bauer- und Arbeiterbevölkerung, die nach dem Krieg erreicht wurden, werden dem 3. Reich und deren Führern angrechnet. In einigen Fällen mag das zutreffen. Doch die meisten Verbesserungen wurden auf Kosten der Überfallenen und Opfer erzielt. Das bringt bei mir ungute Gefühle hervor.
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