Fast 800 Tote aus eingestürzter Fabrik in Bangladesch geborgen

Nach dem Einsturz einer Textilfabrik in einem Vorort von Dhaka sind wahrscheinlich noch immer nicht alle Todesopfer geborgen worden. Bislang fanden die Rettungskräfte 790 Leichen unter den Trümmern des Gebäudes. Die Regierung zog inzwischen Konsequenzen: Sie schloss mehrere Textilfabriken.

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Was steckt hinter «Made in Bangladesh»?

10 min, aus Rundschau vom 8.5.2013

Nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch hat die Regierung nach eigenen Angaben inzwischen 18 ähnliche Betriebe aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Nach den Worten des zuständigen Ministers sind weitere Schliessungen nicht ausgeschlossen. Viele Fabriken hätten sich nicht an die Bauvorgaben gehalten, sagte Textilminister Abdul Latif Siddique weiter.

Rettungskräfte rechnen mit weiteren Opfern

Nach dem Einsturz der Fabrik in Savar, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka, werden noch immer Leichen unter den Trümmern gefunden. Nach jüngsten Angaben starben mindestens 790 Menschen.

Die Armee rechnet damit, dass sich unter den Trümmern des riesigen Gebäudes noch weitere Leichen befinden. Noch immer sind die Überreste des Gebäudes nicht vollständig abgetragen. Derzeit würden mit schwerem Gerät die Trümmer des dritten Geschosses beseitigt, hiess es. 

Das Hochhaus, das mehrere Textilfabriken beherbergte, war am 24. April eingestürzt. Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen sich etwa 3000 Menschen darin aufgehalten haben. 2437 Menschen wurden nach offiziellen Angaben lebend geborgen. Zwölf mutmassliche Verantwortliche wurden festgenommen, darunter der Besitzer des Gebäudes.