«Fatwa»: Mordaufruf gegen deutsch-ägyptischen Autor

Die ägyptische Bewegung der «Säkularen» hat Anzeige gegen Islamisten erstattet. Diese hatten zur Ermordung des in Deutschland lebenden Autors Hamed Abdel-Samad aufgerufen.

Abdel-Samad.

Bildlegende: Der Autor ist auch Mitglied der Deutschen Islamkonferenz. Deutsche Islamkonferenz

Ein Mitglied der «Säkularen» sagte, die Staatsanwaltschaft sei über eine «Fatwa» (islamisches Rechtsgutachten) informiert. Der Deutsch-Ägypter Abdel-Samad hat Bücher über den Islam verfasst.

Merkel soll reagieren

In Ägypten hielt er vor einigen Tagen einen Vortrag. Darin erklärte er, die Eroberung Mekkas durch die Anhänger Mohammeds habe die Saat gelegt, aus der der «religiöse Faschismus» entstanden sei. Daraufhin erklärten ihn Assem Abdel Maged, ein führendes Mitglied der radikalen ägyptischen Gruppe Al-Gamaa Al-Islamija, und der Salafist Mahmud Schaaban in einer Sendung des TV-Senders Al-Hafes zum «Ungläubigen».

Abdel-Samad ist auch durch Fernsehauftritte bekannt. Er ist regelmässig Talkshowgast. Daneben führte er als Co-Chef durch die mit einem Preis ausgezeichnete TV-Serie «Entweder Broder – Die Deutschland-Safari». Er hat die deutsche und ägyptische Politik aufgerufen, den Mordaufruf zu verurteilen. Bekanntester Leidtragender einer «Fatwa» ist Salman Rushdie.