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International Feier in Rom, Tumulte in Jerusalem

In der Osternacht wird die Auferstehung Christi gefeiert. Der Papst leitet vor Tausenden im Petersdom die bewegende Zeremonie. Er rief dazu auf, zum Ursprung des Glaubens zurückzukehren. Bei den Feiern in Jerusalem kam es zu Tumulten. Israels Polizei soll den Zugang zur Grabeskirche behindert haben.

Papst mit Weihrauch-Kelch
Legende: Papst Franziskus zum Ursprung seines Glaubens: «An diesem Funken kann ich das Feuer für jeden Tag entzünden.» Reuters

Gemeinsam mit Tausenden Gläubigen und Pilgern hat Papst Franziskus am Samstagabend im Petersdom die Osternacht gefeiert. In der stimmungsvollen Zeremonie erinnerten die Menschen an die Auferstehung Christi.

Die mehrstündige Feier begann damit, dass das Osterlicht in einer Prozession in den abgedunkelten Petersdom gebracht wurde. Danach wurde der Raum nach und nach erleuchtet.

Legende: Video Feier der Osternacht in Rom abspielen. Laufzeit 01:31 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 19.04.2014.

Glauben wieder entdecken

In seiner Predigt forderte der 77-Jährige die Menschen auf, ihren Glauben wiederzuentdecken und sich an seinen Ursprung zu erinnern. «Erinnere ich mich daran? Habe ich es vergessen? Bin ich Wege und Pfade gegangen, die es mich haben vergessen lassen?», fragte der Pontifex.

«Machen wir uns auf den Weg!», forderte er die Menschen auf. Das bedeute, «zu jenem glühenden Augenblick zurückzukehren, in dem die Gnade Gottes mich am Anfang meines Weges berührt hat». Der Argentinier fügte hinzu: «An diesem Funken kann ich das Feuer für das Heute, für jeden Tag entzünden und Wärme und Licht zu meinen Brüdern und Schwestern tragen.» Daraus entstehe eine gute, sanfte und demütige Freude.

Der Tradition gemäss taufte Franziskus in der Osternacht zehn Menschen. Die Täuflinge im Alter zwischen 7 und 58 Jahren kamen aus Weissrussland, Italien, Frankreich, Vietnam, dem Senegal und Libanon.

Taufe und erste Begegnung mit Christus

Für jeden Christen gebe es zwei solcher Augenblicke, zu denen man zurückkehren solle – die Taufe und die erste Begegnung mit Christus, sagte Franziskus. Die Rückkehr dorthin sei «kein Rückwärtsgehen, es ist keine Nostalgie», erklärte Jorge Mario Bergoglio. «Es ist ein Zurückkehren zur ersten Liebe, um das Feuer zu empfangen, das Jesus in der Welt entzündet hat, und es allen zu bringen, bis an die Enden der Erde.» Jeder müsse zu seinem Galiläa zurückkehren, wie die Jünger und Frauen nach der Auferstehung Christi, forderte der Papst.

Für Franziskus war es nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche im vergangenen Jahr seine zweite Osternacht. Nach der Feier steht für ihn heute Sonntag die Ostermesse an. Er verkündet seine Osterbotschaft und spendet den traditionellen Segen «Urbi et Orbi».

Eklat nahe der Grabeskirche

In Jerusalem ist es bei den Feiern zur Osternacht zu tumultartigen Szenen und diplomatischen Verstimmungen gekommen. Israelische Sicherheitskräfte hatten einer Gruppe palästinensischer Christen und UNO-Diplomaten den Zugang zur Grabeskirche verweigert, erklärte der Koordinator für den Friedensprozess im Nahen Osten, Robert Serry. Er war zur Zeremonie eingeladen worden.

Menschen mit Fackeln
Legende: Für einige palästinensische Christen und UNO-Diplomaten verlief die Osternacht in Jerusalem nicht durchweg friedlich. Keystone

Serry zeigte sich bestürzt, dass eine friedliche Prozession zu Ostern in der Altstadt durch das unannehmbare Verhalten der israelischen Sicherheitskräfte gestört wurde: «Erneut rufe ich alle Beteiligten auf, das Recht auf freie Religionsausübung und den freien Zugang für Gläubige aller Konfessionen zu den heiligen Stätten zu respektieren und dabei auf Provokationen besonders an religiösen Feiertagen zu verzichten».

Israels Regierung wies die Vorwürfe zurück und bescheinigte Serry «mangelndes Urteilsvermögen». Zehntausende Menschen seien dank des Einsatzes der Polizei friedlich durch die engen Gassen der Altstadt geleitet worden.

Predigt in der Osternacht

Die Osternacht-Predigt von Papst Franziskus ist unter dem Titel «Alles von Kreuz und Sieg her neu lesen» auf den Vatikan-Internetseiten nachzulesen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Religion, respektive ihr Fanatismus, sowie ANGST sind die Gegner von Zivilisation und LIEBE!
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      Und wer verbreitet Angst und muntert die Gläubigen dazu auf ihre Verantwortung(wohin(?)zu delegieren?Alle sind ja grundsätzlich arme Sünder,schwach in Geist und Fleisch.Irgendwo ist eine"grosse Instanz oder Autorität"die alles lenkt und den"armen Mäuschen"schwere Bürden zu Tragen auferlegt.Diese aber wissen nicht weshalb und wieso.Sie sind eben,im Grundsatz,Sünder.Deshalb schon,müssen sie büssen.Der Mensch jedoch,strebt danach glücklich,frei und in der Liebe zu sein.Sein Ur-Recht,seine Urheimat.
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    2. Antwort von A.Käser, Zürich
      So kommt es,dass sich der Mensch"unvollkommen,beschädigt,schuldig"fühlt.Als Folge davon sich selbst,und andere ablehnt.Auf steter Suche nach Fehlern und Unvollkommenheiten auch bei anderen,weil er sie angeblich selbst im Übermass besitzt.Dies"reizt"einerseits zu Agression,anderseits zu totaler"Unterwürfigkeit"und Selbstverleugnung.Eine Haltung die Hass,Neid,Abweisung,Schuld- und Versagergefühle provoziert.So wird versucht,das Ganze mit Verlogenheit zu kompensieren.Das Gegenteil von Liebe.
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    3. Antwort von A.Käser, Zürich
      "Die Liebe ist langmütig,die Liebe ist gütig.Sie ereifert sich nicht,sie prahlt nicht,sie bläht sich nicht auf.Sie handelt nicht ungehörig,sucht nicht ihren Vorteil,lässt sich nicht zum Zorn reizen,trägt das Böse nicht nach.Sie freut sich nicht über das Unrecht,sondern freut sich an der Wahrheit./Sie erträgt alles,glaubt alles,hofft alles,hält allem stand.DIE LIEBE HÖRT NIEMALS AUF."(Korinther)Damit der Mensch dies kann,muss er sich selbst wertschätzen und als einmalig anerkennen.Und DAS IST ER!
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    4. Antwort von A.Käser, Zürich
      Wenn das"göttliche Prinzip"somit Liebe ist,ist der Mensch ein Teil davon.Dadurch besitzt er sowohl die in der Liebe innewohnende Energie (Liebe ist die stärkste und dennoch unbekannteste Energie der Welt/P.T.Chardin),als auch ihre Kraft(Liebe ist die wunderbarste Kraft auf der Erde.Sie überwindet alles.)und dazu die Verantwortung,die zu ihr gehört.Der Mensch IST im weitesten Sinne selbst"Gott"(Du sollst dir kein Bildnis von mir machen).Er ist und wählt,das was er ist aus freiem Willen aus Liebe.
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    5. Antwort von A.Käser, Zürich
      Er handelt in"eigener Verantwortung".Alles was er tut oder"antut",tut er sich somit selbst an.ALLES IST EINS.Immer,ewig untrennbar verbunden,sich stets wandelnd.Es gibt kein hier und es gibt kein dort.Wir werden nicht erlöst.Wir können uns nur selbst erlösen indem wir Liebe SIND.Liebe verbindet.Sie kennt weder Ablehnung noch Trennung.Wenn wir Liebe erkennen,sind wir erlöst,glücklich,frei.Wenn wir unglücklich,verzweifelt sind,haben wir uns aus ihr entfernt.Wir sind aber NIE ausserhalb von ihr.
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    6. Antwort von A.Käser, Zürich
      Der Mensch kann deshalb keine Fehler machen.Er ist stets perfekt so wie er ist.Immer und in jeder Situation.Er ist auch nie schuldig oder hat sich was zu Schulden kommen lassen.Er kann lediglich erkennen(bekennen)und allen anderen zugestehen,dies auch zu tun und tun zu dürfen.Dann befindet er sich in der Lage,zu verzeihen,wertzuschätzen,zu verstehen,zu lieben.
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