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International Feuerpause bringt Ausmass der Zerstörung ans Licht

Am Tag der zwölfstündigen Feuerpause wird das ganz Ausmass der Zerstörungen im Gazastreifen deutlich. Rettungsdiensten und Reportern bietet sich ein Bild der Verwüstung.

Während einer zwölfstündigen humanitären Feuerpause im Gazastreifen haben die palästinensischen Rettungskräfte am Samstag innert weniger Stunden 130 Tote aus den Trümmern geborgen. Angehörige begruben ihre Toten auf freien Flächen zwischen den Häusern. Mehr als zwei Drittel der Opfer sind nach palästinensischen Angaben Zivilisten.

Reporter und Helfer erstmals in Kampfzone

Die Rettungskräfte konnten erstmals in Gebiete vordringen, die zuvor wegen des heftigen Beschusses durch die israelische Armee tagelang unzugänglich waren. Vielerorts bot sich ein Bild der Zerstörung: Ganze Wohnblocks waren dem Erdboden gleichgemacht, manche Palästinenser verglichen das Ausmass der Verwüstungen mit einem «Erdbeben der Stärke zehn».

Viele Palästinenser nutzten die Feuerpause auch, um sich mit Nahrung und Medikamenten einzudecken und nach ihren Habseligkeiten in den Trümmern zu suchen. Die Strassen füllten sich wieder mit Menschen, in den Lebensmittelmärkten herrschte Andrang.

Legende: Video Waffenruhe in Gaza abspielen. Laufzeit 2:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.07.2014.

Bemühungen um längere Waffenruhe

Derweil forderte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon eindringlich nochmals alle Beteiligten auf, eine siebentägige Waffenruhe auszurufen. Auch bei einem Krisentreffen in Paris war zuvor eine Verlängerung der Feuerpause gefordert worden. «Wir sind übereingekommen, die Parteien zu einer Verlängerung des Waffenstillstandes aus humanitären Gründen aufzurufen», erklärte der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier am Rande der Gespräche von Vertretern Frankreichs, der USA, Grossbritanniens, Italiens, Katars, der Türkei und der EU.

Schon über 1000 Tote

Mindestens 1030 Palästinenser wurden bislang im Gaza-Krieg getötet, weitere 6000 wurden verletzt. Unter den Opfern sind viele Kinder. Auf israelischer Seite kamen 40 Soldaten und drei Zivilisten um.

Israel und die Palästinenser-Fraktionen hatten sich am Freitag darauf geeinigt, aus humanitären Gründen die Waffen zwischen 7 und 19 Uhr schweigen zu lassen. Bereits um 21 Uhr nahm die radikalislamische Hamas ihre Raketenangriffe auf Israel wieder auf. In weiten Teilen des Landes wurde Luftalarm ausgelöst, darunter in der Region Tel Aviv. Die israelische Regierung hingegen verlängerte die Waffenpause zunächst bis Mitternacht.

91 Kommentare

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  • Kommentar von elize naude, zürich
    erstaunlich wie alles zerstört sind und auf foto nr. 6 heissts : "Doch auch Alltägliches scheint während der Feuerpause wieder aufzukeimen: Frauen und Kinder kaufen auf dem Markt von Gaza Stadt Früchte und Süssigkeiten..." was stimmt da nicht...
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  • Kommentar von alfred tanner, biel
    Die "Palästinenser" sind nicht-arabischer Herkunft, sie sind von Kreta her in das damalige britische Mandatsgebiet "Palästina" eingewandert und haben das ursprünglich jüdische Gebiet besetzt. Die Kreter (Philister) tragen irrtümlicherweise den Namen "Palästinenser" und werden von allen arabischen Staaten für einen Stellvertreter-Krieg/Konflikt gegen Israel missbraucht. Der Westen und insbesondere die Schweiz tut gut daran, sich auf die Seite Israels zu stellen, alles andere ist nicht sinnvoll.
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    1. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Ich denke nicht, dass sich die Spuren der von Ihnen genannten Kreter (Philister) bis in die heutige Zeit genealogisch eindeutig nachweisen lassen. Linguistisch haben Sie allerdings sicher Recht: Die Anwesenheit der Philister führte zur griechischen Bezeichnung "Philistia" für den Küstenstreifen zwischen Mittelmeer und Jordan. Der Begriff "Palästina" wurde seit römischer Zeit auch von der UNO verwendet und ist seit 1964 als Selbstbezeichnung für die im Westjordanland lebenden Araber in Gebrauch.
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  • Kommentar von alfred tanner, biel
    An alle Israel-Hasser: Hamas und alle islamischen Organisationen wie Fatah, PLO und Hisbollah sind das wahre Übel im Nahen Osten. Alle streben die Vernichtung Israels an und die Schweizer Medien helfen kräftig mit, indem sie einseitig informieren. Auch die naiven PolitikerInnen in der Schweiz wie zB. Daniel Vischer, helfen kräfig mit, Israel als Aggressor darzustellen. Ich war vor kurzem in Israel. Israel will nur friedlich leben können!
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Endlich wieder jemand mit Klartext, genau so steht es.
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