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International Fifa-Korruption: Funktionär in die USA ausgeliefert

Er ist einer von sieben in der Schweiz verhafteten Fifa-Funktionären. Seit gestern hält er sich in New York auf. Eine dreiköpfige US-Polizei-Eskorte hat den Mann in Zürich abgeholt und in die USA verfrachtet. Es soll sich um den Ex-Vize Jeffrey Webb handeln.

Drei Polizisten der New Yorker Untersuchungsbehörde haben den ehemaligen Fifa-Funktionär gestern in Zürich abgeholt. Das Bundesamt für Justiz bestätigte lediglich die offizielle Auslieferung eines Mannes.

Portrait von Jeffrey Webb.
Legende: Alles deutet auf Fifa-Ex-Vize Jeffrey Webb hin. Das Justizdepartement nannte seinen Namen indes nicht. Keystone

Dieser Schritt erfolgt überraschend schnell. Erst am 27. Mai war der Mann mit sechs anderen Fifa-Funktionären in Zürich festgenommen worden. Auf ein Haftbegehren aus den USA. Dort wird gegen die Fifa-Verantwortlichen wegen Korruption ermittelt.

Die Behörden gehen davon aus, dass die Beschuldigten Bestechungsgelder in der Höhe von 100 Millionen US-Dollar angenommen haben. Für alle Verhafteten gilt die Unschuldsvermutung.

Dem jetzt ausgelieferten Funktionär wird vorgeworfen, «im Zusammenhang mit dem Verkauf von Marketingrechten an verschiedene Sportvermarktungsfirmen Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen und für sich behalten zu haben», wie das Justizdepartement schreibt.

Spekulationen mehrerer US-Medien zufolge handelt es sich bei dem ausgelieferten Funktionär um den früheren Fifa-Vizepräsident Jeffrey Webb (Kaimaninseln).

Es drohen bis zu 20 Jahre Haft

In einer ersten Anhörung hatte sich der Mann wie die anderen Fifa-Funktionäre einer Auslieferung an die USA noch widersetzt.

Legende: Video Fifa-Funktionär ausgeliefert abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 16.07.2015.

Die USA mussten deshalb ein formelles Auslieferungsersuchen stellen. Bei einer erneuten Anhörung erklärte er sich nun aber damit einverstanden, an die USA ausgeliefert zu werden.

Die Auslieferungsverfahren der anderen sechs Inhaftierten sind noch im Gang, wie das Bundesamt mitteilt. Es fänden immer wieder Anhörungen statt.

Den Fifa-Männern drohen wegen organisierten Verbrechens, Betrug, Geldwäscherei und Bestechung Haftstrafen von bis zu 20 Jahren, wie das US-Justizdepartement anlässlich der Verhaftung mitgeteilt hatte.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von M Jaeger, Wildwil
    Und wer verfolgt eigentlich die fortgesetzten erpresserischen Schutzgeldforderungen des Folter Staates USA (Guantanamo) ???
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Der Funktionär hat mit grosser Wahrscheinlichkeit ein "gutes" Angebot der US-Behörden erhalten. Die US-Behörden sind sehr selektiv in der Verfolgung von Straftätern. Bei Taten, die im Auftrag der US-Regierung ausgeführt wurden, verbietet man sich jede Einmischung. Auch Helfer jeder Art werden grosszügig geschützt. Beim Reinwürgen, bei dem man Gegner schaden kann, ist man wieder sehr puritanisch. Die Fifa gehört kontrolliert. Aber bitte nicht von einseitig politisch motivierten Organen.
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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Riesenpech, dass die Fifa-Funktionäre kein Chalet in Gstaad haben. Weswegen nochmal wurde eigentlich Polanski kurzfristig in der Schweiz inhaftiert? Ah ja, es ging ja nur um Sex oder so mit Kindern, also völlig unwichtig.
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