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International Fifa: Weg frei für Garcia-Bericht

Der Weltfussballverband Fifa veröffentlicht nun also doch Teile des Korruptionsberichts – Nach langen Diskussionen und einem grossen Imageschadens. FIFA-Präsident Blatter hat aber bereits klar gemacht: Die Entscheidungen für Russland und Katar würden nicht neu überdacht.

Ein Fifa-Schild
Legende: Trotz Veröffentlichung des Fifa-Berichts: An den Austragungsorten Russland und Katar wird sich wohl nichts ändern. Keystone

Der internationale Druck wurde nun doch zu gross: Lange hatte sich die Fifa dagegen gewehrt, das brisante Dokument zu veröffentlichen. Nun hat sich das Fifa-Exekutivkomitee an seiner Sitzung im marokkanischen Marrakesch einstimmig für eine Kehrtwende entschieden.

Stellen eingeschwärzt

Die Fifa kann sich trotzdem entspannt zurücklehnen: Denn der Garcia-Bericht soll nur teilweise öffentlich gemacht werden – in angebrachter Form, wie sich Fifa-Präsident Sepp Blatter ausdrückt. Einzelne Stellen sollen eingeschwärzt werden – aus Zeugenschutzgründen. Die Fifa-Ethikkommission entscheidet in den nächsten Wochen, welche Stellen das sein werden.

Nur ein Erdbeben könne Katar verhindern

Und Fifa-Präsident Sepp Blatter hat noch einmal unterstrichen: Nur ein Erdbeben – wirklich neue Erkenntnisse – könnten Katar noch verhindern. Der amerikanische Ermittler Michael Garcia hatte in den letzten zwei Jahren die Korruptionsvorwürfe gegenüber Russland und Katar untersucht und dem Fifa-Richter Hans-Joachim Eckert einen über 400-seitigen Bericht übergeben. Eckert war zum Schluss gekommen, es gebe keinen Grund, die WM-Vergaben zurückzunehmen.

Gegen angeschlagenes Image

Das führte letztlich zum Rücktritt von Ermittler Garcia. In Marrakesch hat die Fifa zudem ein zweites Gutachten präsentiert, dass zum selben Schluss wie Richter Eckert kommt. Mit der teilweisen Veröffentlichung des Berichts will die Fifa nun etwas gegen ihre schwer angeschlagene Glaubwürdigkeit tun. In diese Strategie passt auch das Ultimatum, das die Fifa Katar in Sachen Menschenrechtsfragen stellt: Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit längerem die Arbeitsbedingungen in Katar – hunderte Menschen seien beim Bau der Stadien bereits umgekommen.

Auch Menschenrechtsverletzungen verhindern Katar nicht

Nun verlangt die Fifa, dass Katar bis Mitte März eine unabhängige Prüfungskommission einrichtet. Aber man kann es vorwegnehmen: Auch Menschenrechtsfragen werden die WM in Katar nicht verhindern. Fifa-Präsident Sepp Blatter hat es in Marrakesch deutlich gemacht: Die Kritik an der Fifa und der Garcia-Bericht seien Vergangenheit – er aber schaue in die Zukunft.

4 Kommentare

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  • Kommentar von O. Egli, BS
    Ja, ja, Hr. Blatter. Lassen wir die Vergangenheit ruhen, und schauen nach vorne. Dafür müssten Sie sich aber eine ganz einfache Frage stellen: "Hat die FIFA in ihrer jetzigen Form überhaupt noch eine ZUKUNFT"?
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  • Kommentar von Heiri Kugler, UdonThani
    Image-Schaden?! Da lachen selbst die Hüner. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's ganz ungeniert.... Es ändert sich erst etwas, wenn sich grosse Sponsoren - wie im Radsport - beschämt abwenden, weil DIE berechtigt von Image-Schaden reden.
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  • Kommentar von JP.Simon, Bern
    Eh, wenn ein Fussballer Tore schiessen will, das er immer vor sich hat, muss er doch auch nach vorne schauen, oberstes Gebot, sonst schiesst er keine Tore. Gegenüber dem aus dem Wallis kommenden Fussballgott, wo schnell mal omertahaft geschwiegen wird, aber viele Kräuter wachsen, ist wirklich kein Kraut gewachsen, in der Wüste sowieso.
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