Zeuge des FBI Fifa-«Whistleblower» Chuck Blazer ist tot

Chuck Blazer in Nahaufnahme.

Bildlegende: Chuck Blazer gestand, Bestechungsgelder angenommen zu haben und wurde von der Fifa dafür lebenslang gesperrt. Reuters

  • Der ehemalige amerikanische Fifa-Funktionär Chuck Blazer ist im Alter von 72 Jahren gestorben, wie seine Anwälte mitteilen.
  • Blazer war ein wichtiger Zeuge der US-Bundespolizei FBI bei deren Korruptionsermittlungen gegen den Weltfussballverband Fifa.

Der US-Amerikaner galt als eine der schillerndsten Figuren im internationalen Fussballgeschäft. Er brachte als Kronzeuge der US-Justiz mit einem umfassenden Korruptionsgeständnis jenes Verfahren ins Rollen, das den Fussball-Weltverband Fifa erschüttert hat. Blazer selbst hatte 2015 gestanden, Schmiergelder angenommen zu haben. Dafür wurde er von der Fifa lebenslang gesperrt, jegliche Tätigkeiten im Fussball wurden ihm verboten.

Blazer war von 1996 bis 2013 Mitglied des mächtigen Fifa-Exekutivkomitees, zuvor langjähriger Generalsekretär des Verbands von Nord- und Mittelamerika und der Karibik (Concacaf). 2012 geriet er ins Visier des FBI, fortan kooperierte er mit den US-Behörden und bespitzelte angeblich andere Funktionäre. Ihm wurde unter anderem organisierte Kriminalität, Betrug, Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Blazer gestand 2015.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Fifa-Chef stellt Ethik-Kommission auf den Kopf

    Aus 10vor10 vom 11.5.2017

    Gianni Infantino gibt sich als Reformer und räumt beispielsweise bei der Ethik-Kommission kräftig auf. Von fünfzehn Mitgliedern bleiben genau zwei im Amt, der Rest wird ausgewechselt. Ein Anti-Korruptionsexperte kritisiert dieses Vorgehen – die Fifa sei immer noch undemokratisch.

  • Fifa-Präsident Gianni Infantino.

    Fifa-Präsident prangert «Fake News» an

    Aus Echo der Zeit vom 11.5.2017

    Der Fifa-Präsident Gianni Infantino hat in Bahrain den Kongress des Weltfussball-Verbandes eröffnet: mit einer Brandrede für die Fifa und gegen missgünstige Gegner. Sportredaktor Ueli Reist fühlt sich zurückversetzt in eine noch nicht allzu ferne Vergangenheit.

    Ueli Reist