Finale Gesprächsrunde? Athen versucht es nochmals in Brüssel

Am Samstag will sich eine Delegation aus Athen nochmals mit den Gläubigern in Brüssel treffen. Mit im Gepäck ist offenbar ein Gegenvorschlag im Schuldenstreit. Eine Einigung sei näher denn je – sagt Athen. Doch derweil schmieden die Euroländer offenbar bereits Notfallpläne.

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«Kritischster Punkt bleibt das Rentensystem»

2:05 min, aus Tagesschau vom 12.6.2015

«Die griechische Seite ist bereit, Gegenvorschläge vorzulegen, damit die übriggebliebenen Unterschiede (zu den Gläubigern) überbrückt werden», heisst es aus Regierungskreisen in Athen. Griechische Regierungsvertreter würden hierfür am Samstagmorgen in Brüssel erwartet. Und: Die griechische Regierung sei der Auffassung, man sei näher an einer Einigung als je zuvor.

Europa müsse «politischen Willen» zeigen. Premier Alexis Tsipras habe mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker telefoniert und die nächsten Schritte der Verhandlungen erörtert.

Euroländer planen angeblich Notszenarien

Doch während sich Athen in Optimismus übt, sollen die Euroländer bereits Notfallpläne für das pleitebedrohte Griechenland schmieden. Entsprechende Szenarien sollen die Finanzstaatssekretäre der Euroländer erstmals in Bratislava besprochen haben.

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Hoffnung und Druck in der Griechenland-Krise

1:42 min, aus Tagesschau vom 12.6.2015

In den Verhandlungen geht es um die Auszahlung von 7,2 Milliarden Euro aus dem Griechenland-Hilfspaket, das Ende Juni ausläuft. Gleichzeitig werden am 30. Juni Kredit-Rückzahlungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro fällig. Ohne das Geld aus dem Hilfspaket wäre Athen pleite.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Griechenland unter Druck

    Aus Tagesschau vom 12.6.2015

    Der Abbruch der Verhandlungen zwischen dem Internationalen Währungsfonds und Griechenland belastet sowohl die griechische Börse als auch den Euro. Der Druck auf die griechische Regierung steigt damit weiter.